Einzigartige Labels mit dem Golfball Feeling!

11. März 2018
Land unter auf Linksplätzen
19. März 2018

Zielgerichtet trainieren

Vorbildlich: Auch im Training immer ein Ziel haben

Oft gesehen und nicht zur Nachahmung empfohlen: Golfer die Körbe voller Bälle auf der Driving Range weghauen, manchmal zwanzig oder mehr mit dem gleichen Schläger, auf das gleiche Ziel und vom immer gleichen, perfekt flachen Stand.

Wenn schon trainieren, dann aber richtig meint Ralf Lehmann, Head Pro im Swiss Golf Park in Wädenswil. Hier ein paar Tipps, mit denen Sie das Training effizienter und wettkampfnah gestalten.

Die eigenen Schwächen kennen (5 Minuten)

Lassen Sie vor dem Training die letzten Runden vor dem inneren Auge ablaufen. Wo haben Sie regelmässig Schläge vergeben? Im Bunker? Beim Chippen? Auf dem Green, bei langen oder kurzen Putts? Bingo! Legen Sie das Training entsprechend an, auch wenn’s noch so sehr in den Fingern juckt, den „Big Stick“ so richtig sausen zu lassen…

Wenn Sie unsicher sind, wo es wirklich hapert, empfehlen wir Ihnen den Tucker-Test. Mit dieser Methode finden Sie heraus, wo Ihre Schwächen in Kurzspiel liegen.

Hier geht’s zum Download…(> 2 PDF zum Runterladen).

Aufwärmen und Einschlagen (10 Minuten)

Machen Sie sich warm, z.B. mit Hüpfen an Ort, einigen Balance-Übungen und dynamischem Stretching (leicht federnde Bewegungen, aber nicht reissen).

[Auf das Thema Aufwärmen, sei es vor dem Training oder auf dem Platz, werden wir in einem nächsten Newsletter ausführlicher eingehen]

Dann machen Sie ein paar Probeschwünge, mit halbem, dreiviertel und dann vollem Tempo und schliesslich nehmen Sie ein kurzes Eisen (9 oder 8), mit dem Sie 15- 20 Bälle schlagen. Variieren Sie schon jetzt, indem Sie zum Beispiel bewusst den Ball einmal flach, dann hoch, mal nach rechts oder links schlagen. So bekommen Sie ein Gefühl für die Schlagfläche bzw. den Treffpunkt.

Bevor Sie sich einzelnen Trainingselementen widmen, denken Sie an die Konstellationen auf dem Platz: Dort haben Sie jeweils nur einen Versuch. Nehmen Sie deshalb auch im Training jeden Schlag ernst (Ziel festlegen, Schläger wählen, Probeschwung, usw.) und folgen Sie dem Schema

a) vom Langsamen zum Schnellen
b) vom Einfachen zum Schwierigen
c) vom Kleinen zum Grossen

So schaffen Sie Erfolgserlebnisse und bauen Selbstvertrauen auf.

Kurzspiel (20- 25 Minuten)

Jeder erfolgreiche Tourspieler wird bestätigen, dass die Preisgelder vor allem rund um die Greens gewonnen (oder verloren) werden. Vermeiden Sie auch auf dem Kurzspiel-Areal Stereotypen (nicht 10 Bälle von der gleichen Stelle auf das gleiche Ziel) und suchen Sie bewusst schwierige Situationen, zum Beispiel kurz hinter dem Übungsbunker den es zu überspielen gilt, Schräglagen, oder tiefes Gras.

Gleiches gilt auch auf dem Putting Green: Ein Ball, ein Versuch – und das am besten unter Druck. Simulieren Sie das z.B. in einem Matchplay gegen einen Trainingspartner; der Gewinner eines Lochs bestimmt das nächste Ziel.

Spielsituationen simulieren (30 Minuten)

Auf dem Platz wird man bei jedem Schlag mit einem neuen Problem konfrontiert und so sollten Sie auch auf der Range agieren.

Hier ein Beispiel: Nehmen Sie ein Birdiebuch und suchen Sie sich ein schwieriges, enges Par 4 aus. Legen Sie sich eine Strategie zu Recht und blenden Sie die weite Wiese aus. Wählen Sie den Schläger mit Bedacht. Ein Fairwayholz, oder doch besser ein Hybrid oder langes Eisen? Sie wollen den Ball ja nicht extrem weit schlagen, sondern sicher ins Spiel bringen. Nichts verunsichert Hobbyspieler mehr, als bereits mit dem Abschlag in die Bredouille zu geraten…

Machen Sie alles genauso wie auf der Runde: Schläger ziehen, ein oder zwei Probeschwünge, Ziel erfassen, Stand ausrichten, Ball ansprechen, ein letzter Blick und dann ein lockerer, geschmeidiger Schwung. Beurteilen Sie kritisch, ob der Ball am gewünschten Ort gelandet ist.

Jetzt folgt der zweite Schlag. Bleiben Sie realistisch: Können Sie das Ziel – umringt von Wasser – nach Ihrem Abschlag sicher treffen, oder sollten Sie doch lieber vorlegen? Haben Sie sich entschieden, folgt das genau gleiche Prozedere wie beim Abschlag. Schläger wählen, Probeschwünge, Ball ansprechen, usw.

Nun liegen Sie kurz vor dem Green und haben einen 40 Meter Pitch zum Green. Solche „halben“ Schläge treiben vielen Hobbyspielern den Schweiss auf die Stirn, doch Panik macht alles nur noch schlimmer. Visualisieren Sie Flugbahn und Landezone – das Ziel liegt kurz hinter der ersten Fahne auf der Range, davor ist der Wassergraben. Machen Sie einen oder zwei Probeschwünge, um ein Gefühl für die Schlaglänge zu bekommen (im Zweifelsfall lieber zu lang, als zu kurz). Tief durchatmen und den Schlag locker, aber energisch ausführen. Upps, Schwung abgebremst, Ball getoppt oder fett getroffen. Nun folgt eine der wenigen Situationen, in denen Sie den gleichen Schläger auf der Range in Folge einsetzen – und diesmal erfolgreich.

Birdiebuch umblättern, als nächstes kommt ein langes Par 5, für Sie mit zwei Schlägen unerreichbar. Nehmen wir an, Sie haben den Drive gut und weit geschlagen. Das Green ist lang, schmal und von Bunkern verteidigt und der Approach entsprechend knifflig. Inzwischen haben Sie sicher verstanden, wohin das führt: Golf ist eine Art Schachspiel auf Rasen, immer ein paar Züge vorausdenken, die Situationen und eigenen Fähigkeiten richtig einschätzen – und das auf der Range verinnerlichen.

Nun haben Sie etwas über eine Stunde verbraucht und wirklich zielorientiert trainiert. Ihre Konzentration lässt vielleicht nach und es ist Zeit für eine Pause, oder einen neuen Anlauf an einem anderen Tag.

Text: Peter Hodel mit Ralf Lehmann
Foto: YouTube

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.