Golf während Corona: Der längste Golfplatz im Schweizer Golfverband
7. September 2020
Von Paradisen und Schätzen
7. Oktober 2020

Von Bündner Berggeissen und Urner Winden

Die Golfplätze in Sedrun und in Andermatt sind gerade einmal eine kurze Passfahrt voneinander entfernt. Die Region bietet speziell in diesem Herbst ein tolles Erlebnis.

Nur 23 Minuten. Genau so lange dauert die Fahrt zwischen dem Golfplatz in Andermatt und jenem in Sedrun. Die Passfahrt, um genau zu sein. Denn zwischen den beiden Clubhäusern liegt einzig und alleine der Oberalppass und mit ihm die in wunderschön wilder Natur gezogene Grenze zwischen den Kantonen Graubünden und Uri. So ist man denn auch auf dem Weg zwischen beiden Plätzen eingebettet in einer atemberaubenden Naturkulisse, einer Kulisse, die sich auch über beide Golfanlagen durchzieht.

Diese eindrückliche Naturschönheit ist denn aber auch das Einzige, was die beiden – sozusagen fast schon nebeneinanderliegenden – Golfplätze miteinander verbindet. Rein golferisch betrachtet liegen zwischen diesen 23 Minuten nämlich Welten. Und das macht die Ausgangslage gleich noch interessanter.

HARMONISCH IN DIE LANDSCHAFT INTEGRIERT
Beginnen wir mit dem alpinen Andermatt Swiss Alps Golf Course. Eine vom deutschen Golfplatzarchitekten Kurt Rossknecht gestaltete 18-Loch-Par-72-Championship-Anlage, die gerade Anfang dieses Jahres mit dem Green Award – also der Ökologietrophäe – der Swiss Golf Awards ausgezeichnet worden ist. Und tatsächlich, die Art und Weise, wie harmonisch Rossknecht die 1,3 Millionen Quadratmeter grosse Anlage in die raue Landschaft des Urserntals integriert und eingebettet hat, ist ohne Zweifel auszeichnungswürdig.

Eines Top-Golfplatzes würdig ist derweil auch das Spielerlebnis auf dem ab Gelb knapp 6000 Meter langen Platz. So lockt der hochalpine Course nicht nur mit einer Traumkulisse, sondern auch mit einer spannenden Mischung aus flachen und hügeligen Fairways. Auch die zahlreichen hoch liegenden Abschläge verleihen während der Runde nicht nur eine erhabene Aussicht, sondern auch ein ums andere Mal interessante Einstiegsschläge. So beispielsweise auf Loch 13, einem tief abfallenden Par 3.

Dass es auf dem Swiss Alps Golf Course, was das Score anbelangt, auch schon mal etwas ungemütlich werden kann, hat in erster Linie mit den immer wieder aufkommenden starken Winden zu tun. Denn wenn einem solch eine kräftige Urner Böe ins Gesicht peitscht, spielen sich ohnehin schon nicht ganz einfache Löcher wie etwa das 400 Meter lange Par 4 auf der 17 gleich nochmals um ein paar Schlägerlängen weiter. Dem Spassfaktor tut dies keinen Abbruch.

BLEIBENDES ERLEBNIS
Spass bereitet auch die 9-Loch-Anlage auf der anderen Seite des Oberalppasses in Sedrun. Zwar auf eine weitaus rustikalere, aber nicht minder unterhaltsame Art und Weise als in Andermatt. Der von Peter Harradine gestaltete Course wartet auf jedem einzelnen Loch mit einer anderen Herausforderung. Golfen nach Schema F gibts hier nicht. Mal fällt das Fairway nach links, mal nach rechts. Mal ist der Schlag ins Green absolut blind und spielt sich – zumindest für den Platzneuling – nach dem berühmten Hit-and-Hope-Prinzip ab. Mal spielt sich das hoch gelegene Green nur schwer an und mal fühlt man sich wie eine Berggeiss, wenn man vom einen Green zum nächsten Abschlag kraxelt.

Doch ganz egal, ob nun im Urner Wind oder als Bündner Berggeiss: Eine Runde auf den beiden Anlagen in Sedrun und Andermatt ist zu jeder Zeit ein Erlebnis. Ein Erlebnis, das sich wunderbar innerhalb eines Tages miteinander kombinieren lässt. Sie wissen schon, von wegen 23 Minuten und so. Und wer Lust auf mehr hat und auch noch auf dem Golfplatz Realp (9 Loch) oder dem Golfplatz Source du Rhône (9 Loch) aufteen möchte – die ebenfalls zur «Andermatt Golf Region» gehören –, kann es sich gemütlich in einem der zahlreichen Golf-Partnerhotels einrichten. Ganz egal, ob auf der Bündner oder auf der Urner Seite des Passes.

Es können keine Kommentare abgegeben werden.