Der grosse Crash
5. Juni 2018
Gute Nachrichten für alle Schweizer Golferinnen und Golfer
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Valenzuela und Bossert lieferten wieder

Schweizer Highlights sind auf internationalem Niveau ja leider nach wie vor eher dünn gesät. An der Swiss Challenge im Golf Sempachersee waren zwar 17 „Einheimische“ am Start, doch den Cut nach zwei Tagen überstanden nur fünf von ihnen und nach den Runden am Samstag und Sonntag konnten keine weiteren Erfolgsnachrichten vermeldet werden. Vorjahressieger Joel Girrbach und Luca Galliano (T57), Marc Dobias (T63) und der Amateur Neal Woernhard (T65) verloren 19 Schläge und mehr auf den Sieger Marcel Schneider. Der 28jährige Deutsche erzielte auf vier Runden insgesamt 25 (!) Birdies und nur drei Bogeys und holte sich mit sechs Schlägen Vorsprung auf den Norweger Johannessen die Kuhglocke und den Siegerscheck.

Doch zum Glück gibt es da ja noch „Juniorin“ Valenzuela und „Senior“ Bossert, die immer wieder mit Spitzenleistungen aufwarten.

Valenzuela spielte am U.S. Women’s Open in Alabama und zwar dreieinhalb Runden lang auf überzeugende Art und Weise. Nach den ersten drei Tagen die geprägt waren von starken Regenfällen und Spielunterbrüchen lag die junge Schweizerin mit 12 Schlägen Rückstand auf dem geteilten 14. Rang. Das klingt zwar nach viel, aber der Abstand auf den fünften Platz betrug nur gerade vier Schläge. In der vierten Runde kam die Studentin der Stanford University mit 35 Schlägen zur Wende, doch auf den Backnine musste sie zwei Doppelbogeys und ein Bogey hinnehmen und auch ein Birdie an der 17 half nichts mehr. Mit 75 Schlägen, Ihrer schlechtesten Runde, fiel Albane noch auf Platz 24 zurück. Zwar das bisher beste Ergebnis an einem Major und sicher ein Achtungserfolg. Aber: Für eine Klassierung unter den ersten Fünf fehlten nur fünf Schläge und das ist dann wohl eher ärgerlich. Den Titel holte sich Ariya Jutanugarn (Thailand) im Playoff vor der Koreanerin Kim Hyo-Joo.

Bossy war bei einem Abstecher in die USA gleich doppelt im Einsatz und das an zwei Grossanlässen mit starker Konkurrenz. An der Ende Mai in Benton Harbour, Michigan ausgetragenen U.S. Senior PGA Championship schaffte der 54jährige Zürcher den Cut nach zwei Runden und klassierte sich schliesslich auf dem 54. Schlussrang. Den Sieg holte sich der Engländer Paul Broadhurst mit einem satten Vorsprung von vier Schlägen auf den US-Amerikaner Tom Petrovic.

Ein paar Tage zuvor hatte Bossy eines von 34 Qualifikationsturnieren für das U.S. Senior Open Ende Juni bestritten und konnte im Feld von 84 Spielern einen von nur gerade zwei Startplätzen ergattern. Beide Erfolge sind nicht zu unterschätzen, denn er ging sozusagen „kalt“ an den Start. „Ich spielte gegen die besten Amerikaner, die mitten in der Saison stehen. Auf der European Senior Tour (neue Bezeichnung: Staysure Tour) hingegen wurde erst ein Anlass (Anfang März in Sharjah, UAE) ausgetragen.“

Anfang Juni ging es für Bossert gleich in Dänemark weiter. Dort lag er lange auf dem 6. Rang, musste dann aber auf den Backnine der letzten Runde leider zwei Bogeys und ein Doppelbogey hinnehmen und rutschte auf den geteilten 12. Platz ab. Sieger Colin Montgomery machte es genau umgekehrt: Mit fünf Birdies und einem Eagle am Schlusstag und drei Schlägen Vorsprung auf Paul Eales und Barry Lane holte er sich seinen ersten Vollerfolg in dieser Saison.

Bossy muss sich in den nächsten Wochen möglichst in Bestform bringen, denn es stehen gleich drei Grossereignisse an. Die U.S. Senior Open im Broadmoor Golfclub in Colorado, das „Heimspiel“ an den Swiss Senior Open in Bad Ragaz, bei dem er nur zu gerne einmal die Trophäe stemmen würde und Ende Juli die British Senior Open auf dem Old Course in St. Andrews.

Text: Peter Hodel
Foto: Stanford Women’s Golf
Quellen: Golf Suisse / AP / Staysure Tour

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