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U.S. Open: Woodland mit drei Schlägen Vorsprung

Yes! Mein erster Majortitel

Im Vorfeld des U.S. Open auf dem legendären Platz von Pebble Beach gab es viel über  mögliche Favoriten zu lesen, doch schliesslich holte sich ein Aussenseiter den Titel am zweitältesten Major. Im bereits recht fortgeschrittenen Golfalter von 35 Jahren spielte der US-Amerikaner Gary Woodland das beste Turnier seines Lebens und blieb zusammen mit Brooks Koepka als einziger in allen vier Runden unter 70 Schlägen.

Zu Beginn der Finalrunde lag Woodland einen Schlag vor Justin Rose und auch Brooks Koepka, Louis Oosthuizen und Chez Reavie (4 zurück), Rory McIlroy und Matt Kutchar (beide 5 zurück) konnten sich noch gewisse Chancen ausrechnen. Vor allem Koepka schien wild entschlossen, sich nach seinem Triumph 2018 in Shinnecock Hills nicht einfach so entthronen zu lassen, erzielte auf den ersten fünf Löchern gleich vier Birdies und ging mit 32 Schlägen auf die Backnine. Dann verlor der vierfache Majorsieger aber etwas den Faden und musste aus heiklen Situationen mehrfach ein Par retten.

Auch für Xander Schauffele, Adam Scott, Louis Oosthuizen und Jon Rahm fielen die Birdies eine Zeitlang wie überreife Äpfel von den Bäumen, doch sie alle hatten entweder schon zu viel Rückstand auf die Spitze, oder wurden irgendwann während der Runde gestoppt. Oosthuizen beförderte an der Zehn einen Ball ins Out und Scott kassierte an der 13 ein Doppelbogey. Rose als engster Verfolger bekundete vor allem Probleme mit dem Putter. Er hatte einige Chancen, näher zum Führenden aufzuschliessen, doch seine Birdie- und Par-Chancen gingen mal für Mal am Loch vorbei.

Gary Woodland, in 12 Jahren als Profi bisher erst dreimal auf der grossen Tour erfolgreich, unterliefen keine gröberen Schnitzer und er gewann schliesslich – nach einem sehenswerten Zehnmeterputt auf dem 18. Green zum Birdie – mit drei Schlägen Vorsprung auf Titelverteidiger Koepka. Bei allem Respekt vor der Leistung des neuen Champions, an seiner etwas farb- und emotionslosen Persönlichkeit hatten die Zuschauer nicht ihre helle Freude. Und sein Spieltempo war auch keine Augenweide: Er und sein Mitspieler Rose verloren bis zum Schluss zwei ganze Löcher auf den zweitletzten Flight (Koepka und Reavie).  

Eine besondere Geschichte schrieben auch zwei Nordländer. Der Amateur Victor Hovland (Nor), der schon am Masters mit dem 32. Platz eine feine Leistung gezeigt hatte, blieb insgesamt 4 unter Par und mit dem geteilten 12. Platz erzielte er in seinem letzten Turnier vor dem Wechsel ins Profilager das beste Ergebnis eines Amateurs am U.S. Open seit 28 Jahren (1971 holte sich Jim Simons den geteilten 5. Platz). Die beste Runde des Tages gelang dem 23jährigen Schweden Marcus Kinhult. Der Sieger des British Masters von Mitte Mai turnte an den ersten drei Tagen im hinteren Mittelfeld herum, kam dann aber nach einer (fast) makellosen Runde – sechs Birdies, 11 Pars und ein Bogey – mit 66 Schlägen ins Clubhaus, verbesserte sich vom 64. auf den 32. Platz und das wirkte sich auch äusserst positiv auf sein Bankkonto aus. Er konnte knapp 73‘000 Dollar nach Hause nehmen, während sich Jordan Spieth, Tommy Fleetwood und andere auf dem 65. Platz mit rund 24‘000 zufrieden geben mussten.

Und natürlich war man auch gespannt auf die Vorstellung von Tiger Woods, der an der U.S. PGA Championship vor einem Monat den Cup verpasst hatte. In Pebble Beach geriet er zwar nie in Gefahr, nach zwei Runden die Heimreise antreten zu müssen, doch ganz vorne mitmischen konnte der Masters-Sieger auch nicht. Doch Tiger wäre eben nicht Tiger, wenn er nicht für die eine oder andere Schlagzeile sorgen würde. Er startete mit vier Bogeys auf den ersten sechs Löchern katastrophal in die Schlussrunde, doch dann liess er nur noch Pars und sechs Birdies folgen, bewies einmal mehr, dass „Flinte ins Korn werfen“ für ihn nie eine Option ist und beschloss das Turnier auf dem geteilten 21. Rang.    

Hier geht’s zum Leaderboard: https://www.golfchannel.com/tours/pga-tour/2019/us-open

Text: Peter Hodel
Foto: Ross Kinnaird / Getty

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