Auflösungen zum Rätsel
15. April 2019
DV des Golfverbandes 2019
15. April 2019

St. Enodoc Golf Club: Frontalangriff auf alle Sinne

Das 6. Loch mit dem berühmten Himalaya Bunker

Cornwall ist das Land der Legenden und Mythen und beliebtes Ferienziel – nicht nur für Fans von Rosamunde Pilchers zig-fach verfilmten Romanen. Die südlichste Region Grossbritanniens wurde schon in der Altsteinzeit besiedelt, Spuren der Kelten und Römer finden sich überall und im Tintagel Castle an der Nordwestküste soll der Legende nach einst der sagenumwobene König Arthur gewohnt haben.

An der gleichen Küste liegt, abseits der grossen Routen, oft übersehen und deshalb noch immer eine Art „hidden gem“, einer der ganz grossen Golfplätze der Welt. Der St. Enodoc Golf Club wurde 1889 gegründet, doch es dauerte fast 20 Jahre, bis ein 18-Lochplatz gebaut wurde. Der 1907 eröffnete Church Course blickt also bereits auf eine über 100jährige Geschichte zurück und auch wenn da und dort kleine Anpassungen vorgenommen wurden, Freunde von Linksplätzen können immer noch das ursprüngliche Layout des grossen James Braid geniessen.

Der Church Course ist mit 5966 Metern von den Backtees (und Par 69) nicht überaus lang, aber der aktuelle Platzrekord von 65 Schlägen verrät schon, dass es man hier mit einer Herausforderung erster Güte zu tun bekommt. Vier der Par 4 Löcher messen an die 400 Meter und die fünf Par 3 sind ebenfalls nicht einfach zu meistern.

Am tiefsten in Erinnerung bleibt einen in St. Enedoc wohl das 6. Loch, wo man über den höchsten Sandhügel mit dem gigantischen Himalaya-Bunker spielen muss. Zugegeben, der gleichnamige in Royal St. Georges kommt ihm sicher sehr nahe, doch der auf dem Church Course ist deutlich näher am Green und macht den Approach besonders knifflig. Eine Augenweide mit Tücken sind auch die beiden Par 3, das 5. und 15., beide parallel nebeneinander über eine tiefe Senke auf in den Hang geschnittene Greens. Wie auf alten, unverfälschten Linksplätzen gibt es auch ein paar blinde Schläge, die eine oder andere Steinmauer zu überspielen und die Fairways sind oft gewellt – einen guten oder schlechten Bounce muss man einfach hinnehmen.

Zum Schluss wartet mit einem wundervollen Par 5 am Strand entlang, dem längsten Par 3 und einem langen, ansteigenden Par 4 das, was der Golfjournalist und -designer Donald Steel (Carnegie Club Skibo Castle, Barsebäck G&CC) als „vintage“ (hervorragend) bezeichnet. Einer der besten Finishes die wir je gesehen haben!

Auf dem Friedhof neben der kleinen Kirche am 11. Loch ist übrigens der Dichter,  Publizist und begeisterte Golfer Sir John Betjeman begraben. Tippen Sie kurz an die Mütze, er war der weitaus populärste Lyriker Grossbritanniens im 20. Jahrhundert.

Die Destination hat zudem noch einen zweiten 18-Lochplatz in petto: Der Holywell Course (4082 Yards, Par 63) verfügt über neun Par 3 und neun Par 4 und ist für eine entspannte und doch interessante Runde genau richtig und als Einstieg auf den „grossen“ Platz die beste Empfehlung.
https://www.st-enodoc.co.uk/

Weitere erstklassige Plätze an der wild-romantischen Küste von Cornwall und Devon:

Royal North Devon (Westward Ho!), Trevose, Saunton East & West, Burnham & Berrow
www.atlanticlinksgolftour.com/

Text: Peter Hodel
Fotos: Courtesy of St. Enodoc Golf Club
Credits: Stuart Morley / David Cannon

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