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September-Highlights

Strahlten in Atlanta um die Wette: FedEx Cup Gewinner Justin Rose und Turniersieger Tiger Woods

Die Saison 2018 schien schon langsam am Ausklingen, die vier Majors entschieden, die USPGA Tour machte sich für das grosse Finale bereit und der Showdown Ryder Cup in Paris stand kurz bevor, doch dann wurde der September für einige Spieler zum Schaulaufen.

Tiger Woods…

holte sich an der Tour Championship auf dem East Lake Golf Club seinen 80. Turniersieg, damit fehlen ihm noch zwei Titel, um die Bestmarke des grossen Sam Snead zu egalisieren. Woods überzeugte vor allem an den ersten drei Tagen mit Golf wie man es von ihm zu seinen besten Zeiten gesehen hatte. Nach Runden von 65, 68 und 65 auf dem schwierigen, von Tom Bendelow 1904 gebauten und später von Donald Ross überarbeiteten Course in Atlanta, ging der Rückkehrer des Jahres mit drei und mehr Schlägen Vorsprung auf die letzte Runde und keiner der Verfolger schien in der Lage, ihn noch ernsthaft unter Druck zu setzen. Justin Rose, Dustin Johnson und andere hatten nämlich auch noch die Jahreswertung im Visier und obwohl Tiger die Finalrunde schliesslich Eins über Par spielte, konnte auch Billy Horschel mit einer 66er Runde den ersten Sieg von Tiger nach über fünf Jahren nicht mehr verhindern. Tiger’s Reaktion war totale Emotion und rund um das 18. Green spielten sich Szenen ab, wie man sie nur von den Open Championship in St. Andrews kennt. Tausende von Zuschauern schlossen zum Schlussduo auf, das sich regelrecht seinen Weg bahnen musste und nach dem letzten Putt warteten viele der Topstars wie Fowler, Koepka, Rose, McIlroy und Matsuyama, um dem vom Publikum frenetisch gefeierten Woods zu gratulieren.

Justin Rose…

sicherte sich in einem Herzschlagfinale den FedEx Cup. Zwei Löcher vor Schluss lag er nach ein paar schlechten Schlägen mit drei anderen Spielern plötzlich nur noch auf dem vierten Platz und musste auf den letzten beiden Bahnen wenigstens ein Birdie spielen, um die Jahreswertung zu gewinnen. Den Putt zum Eagle am 18. Loch konnte er zwar nicht lochen, aber ein Tap-in zur sicheren Vier brachte dem Olympiasieger von 2016 den Pokal und die nette Summe von 10 Millionen Dollar ein.

André Bossert…

hatte bisher eine eher durchzogene Saison auf der Staysure (früher European Senior) Tour und blieb bis zur Scottish Senior Open ohne Top10 Platzierung. Doch auf dem Craigielaw Golf Course, nur ein Steinwurf von Gullane entfernt (wo Mitte Juli das Scottish Open ausgetragen worden war) gab der Zürcher wieder einmal ein Zeugnis seines Könnens ab. Nach Runden von 73 und 65 Schlägen schien sogar ein Spitzenplatz in Reichweite, doch auf der letzten Runde musste der von Rückenbeschwerden geplagte Bossy gleich sechs Bogeys notieren und rutschte noch um zwei Ränge nach hinten. Dennoch, der geteilte 7. Platz ist für ihn das bisher beste Resultat 2018. In der Jahreswertung liegt Bossy nun auf dem 32. Platz und dürfte damit auch die Qualifikation für die MCB Tour Championship schaffen, wo die 46 besten der Saison eingeladen werden. Das Finale wird übrigens in diesem Jahr erstmals über zwei Wochenenden auf Mauritius und Pralins/Seychellen ausgetragen, zwei tolle Destinationen für die besten Spieler der Seniors Tour von Europa.

http://www.europeantour.com/staysuretour/season=2018/tournamentid=2018862/leaderboard/index.html#/leaderboard

Joel Girrbach…

belegte nach seinem Abstecher nach Kasachstan, wo er den Cut nicht schaffte, am Hopps Open de Provence in Mallemort (sh. auch Rubrik Golfgenuss) den hervorragenden zweiten Platz. Seinen ersten Vollerfolg in diesem Jahr verpasste er nur um drei Schläge auf den siegreichen Franzosen Romain Langasque und ein Doppelbogey am allerletzten Loch führte zudem dazu, dass der Schweizer den 2. Platz mit seinem Namensvetter Joel Sjöholm aus Schweden teilen musste. Dennoch dürfte Girrbach mit seiner Leistung zufrieden sein und er machte weiteren Boden gut, um die Saison unter den besten 15 Spielern abzuschliessen. Damit wäre er im nächsten Jahr direkt für die European Tour qualifiziert. Vor dem Tour Finale in den Vereinigten Arabischen Emiraten stehen noch drei Turniere auf dem Kalender und wir drücken „Schöggu“ die Daumen! Marco Iten überstand ebenfalls den Cut, musste dann aber nach zwei 74er Runden mit dem 53. Rang von 61 Klassierten Vorlieb nehmen.

http://www.europeantour.com/challengetour/season=2018/tournamentid=2018762/leaderboard/index.html#/leaderboard

Oliver Fisher…

war erst 18jährig, als er 2006 Profi wurde und galt als hoffnungsvolles Talent aus der Nick Faldo Series, einem weltweiten Förderungsprogramm für Juniorinnen und Junioren. Bei seinem ersten Versuch schaffte er gleich die Qualifikation für die European Tour, erlebte dann aber ein stetes Auf und Ab und musste mehrfach durch die Mühlen der Qualifying School. Am Portugal Masters Ende September sorgte er allerdings wieder einmal für Aufsehen, als er am zweiten Tag eine 59er Runde ablieferte. Auf den Frontnine brauchte Fisher nur gerade 28 Schläge (!) und die 31 auf den Backnine waren fast genauso beeindruckend. Seine Scorekarte las sich wie die Tabelle einer Zählung in der Vogelwarte Sempach:

Birdie – Birdie – Birdie – Par – Eagle – Birdie – Par – Birdie – Par

Birdie – Birdie – Birdie – Par – Par – Birdie – Par – Birdie – Par

Es war die niedrigste je an einem European Tour Event erzielte Runde und dass sie auf einem Par 71 Platz zustande kam, tut der fantastischen Leistung von Fisher keinen Abbruch. Runden unter 60 Schlägen sind selbst bei Professionals sehr, sehr selten und wir werden in einem kommenden Newsletter auf solche Raritäten zurückkommen.

Text: Peter Hodel
Fotos: Tour Championship/Twitter, Skysports

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