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Pont Royal: Golfvergnügen im Herzen der Provence

Golf International Pont Royal gehört zu den schönsten 18-Loch-Golfplätzen Frankreichs. Severiano Ballesteros hat ihn in die herrliche Landschaft der Provence eingebettet – und mit herausfordernden Details versehen.

David Payne hat seine Villa in unmittelbarer Nähe zu Loch 6, mit einem atemberaubenden Blick auf die Gebirgskette des Luberon. Der weiss­haarige Brite, heute Vizepräsident des Golfclubs von Pont Royal, hat sich schon vor Jahren dazu entschlossen, seinen Lebensmittelpunkt vom nasskalten Grossbritannien in die ganzjährig wetter­verwöhnte Provence zu verlegen. Als ehemaliger Spitzenmanager eines in­ternationalen Grosskonzerns hatte er schon viele Golfplätze dieser Welt gespielt, aber das Projekt des 1992 eröffneten Golf International Pont Royal begeisterte ihn von Anfang. 

«Platzdesigner Seve Ballesteros hat es perfekt verstanden, die Spielbahnen in die hügelige Landschaft der Provence zu integrieren. In ganz Frankreich ist es der einzige von ihm gestaltete Platz, was uns besonders stolz macht», erzählt David Payne bei unserem Besuch auf Pont Royal. Seine privilegierte Wohnlage zwischen Loch 6 und 7 erlaubt es ihm zudem, mit seinen Freunden des rund 320 Mitglieder zählenden Clubs auf eine Runde Golf zu gehen, wann immer es der Spielbetrieb zulässt.

«Ein sehr strategischer Kurs»

Jährlich werden auf Pont Royal rund 44 000 Runden gestartet. Die Begründung von David Payne für seine anhaltende Lust auf den Golfplatz vor seiner Haustüre: «Unsere Anlage ist das ganze Jahr offen, ist immer eine Herausforderung und präsentiert sich an keinem Tag gleich wie am anderen.» Wir glauben ihm aufs Wort. Gleich beim ersten Augenschein stechen auf Pont Royal die hügelige Parklandschaft mit vielen Pi­nienbäumen, die schön angelegten Wasserhindernisse und die gepflegten Fairways ins Auge.

Ein Blick auf das Sloperating bestätigt den Eindruck: Mit einem Wert von 144 (Gelb/Herren), respektive 143 (Blau/Damen) erwartet einen hier offensichtlich kein einfaches Spiel. Clubdirektor Jé­rôme Lauredi fasst die Herausforderungen auf Pont Royal so zusammen: «Unser Platz ist ein sehr strategischer Kurs mit vielen Ballesteros-Hindernissen.» Und wer weiss, dass Ballesteros zeit seiner Pro-Karriere für unkonventionelle Schläge aus scheinbar aussichtslosen Lagen bekannt war, kann sich schon vor dem ersten Abschlag auf eine herausfordernde Runde gefasst machen. Ein paar Lockerungsschläge auf dem 6-Loch-Übungskurs der zum Club gehörigen «La Durance»-Golfschule können da nicht schaden.

Dann aber heisst es auch für uns: Auf zur Tat! Und rasch wird einem auf den ersten paar Löchern klar, weshalb die European Challenge Tour  im September vergangenen Jahres auf Pont Royal haltgemacht hat. Zum einen ist der Kurs in einem hervorragenden Pflegezustand, zum andern fordert er jedes Spieler­niveau heraus. Bereits auf der ersten Spielbahn machen die mitten im Fairway stehenden Pinien klar, dass auf der Runde bei jedem Schlag besondere Vor- und Weitsicht gefordert sind. 

Mentale Stärke verlangt
Einige der Fairways sind schmal und mit Bäumen gesäumt, andere wiederum sind breiter angelegt, dafür aber mit Wasserhindernissen, Steigung oder Gefälle ausgestattet. Wer auf der Suche nach einer gemütlichen Golfrunde ist, wird auf Pont Royal kaum glücklich. Vier Par-3-, zehn Par-4- und vier Par-5-Löcher sind auf der Runde in gutem Rhythmus verteilt.

Auf der ersten Spielhälfte gibt es an fünf Löchern (ab Gelb) Wasserhindernisse zu überspielen, auf der zweiten Hälfte nur noch deren eins. Die typische Ballesteros-Handschrift bieten die zwei Signature Holes 7 und 11: Die 7 erfordert als scharfes Dogleg und mit herrlich aufs Gelände verteilten Bäumen sehr gute Kenntnisse des eigenen Schlagvermögens. Wer hier das Risiko schlecht einschätzt oder es gar verpasst, den Gegenwind miteinzuberechnen, der aus dem sich im Hintergrund majestätisch erhebenden Luberon über das Green weht, wird das Par 4 deutlich verpassen. Gut zu wissen, dass im bewirteten Clubhaus eine schöne Terrasse und ein unkompliziertes Restaurant auf der Weghälfte zur kurzen Stärkung einladen, bevor es auf die zweite Spielhälfte geht.

Viel golferische Abwechslung

Denn man tut auf Pont Royal gut daran, sich zwischendurch zu erholen. Schon bei Loch 11 wird nämlich wieder viel mentale Stärke verlangt. Das Par 3 führt vom Abschlag über ein dicht bewaldetes Tal mit einem tiefen Graben. Wer die gut 150 Meter Distanz (ab Gelb) bis zum Rand des kurzen Fairways nicht meistern kann, wird hier kläglich scheitern. Bei den folgenden Löchern, die mal hügelauf, mal hügelab, mal mit seitlich abfallenden Fairways oder mit zu überspielenden Geländemulden oder Grasbunkern aufwarten, wird einem auch auf der zweiten Spielhälfte fürs Greenfee wirklich viel golferische Abwechslung geboten.

Preislich lässt sich das Angebot von Pont Royal ebenfalls sehen. Die Kosten für eine 18-Loch-Runde betragen zwischen 65 Euro (Nebensaison: 1. Januar bis 10. März und 11. November bis 31. Dezember) und 85 Euro in der Hochsaison. Wer den hügeligen Kurs nicht zu Fuss bewältigen möchte und im Golfcart fahren will, mietet dieses für 40 Euro zusätzlich. Das komplette Ping-Schlägerset gibt es ebenfalls für 40 Euro zu mieten.

Ideales Hotelangebot auf Platz

Ideal für Golfende mit Übernachtungswunsch ist die Tatsache, dass für auswärtige Gäste auf dem Gelände von Pont Royal verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden. Wir haben die Gastfreundschaft im Hotel-Restaurant Moulin de Vernègues genossen, das unmittelbar beim Green von Loch 2 gelegen ist. Das Viersternehotel bietet im historischen Gebäude der alten Mühle sowie im modernen Neubau hundert grosszügig angelegte Zimmer, einen Aussenpool sowie ein eigenes Spa mit Hallenbad, Whirlpool und Sauna. 

Nur einen Steinwurf vom Clubhaus entfernt stehen dagegen die Wohnungen und Ferienhäuser der französischen Ferienhauskette Pierre&Va­cances zur Miete bereit. Wer es kostengünstiger und unkompliziert mag, ist hier ebenfalls gut untergebracht. 

So oder so, wer Golf International Pont Royal besucht, wird mit nur einer Runde auf dem herausforderungsreichen Kurs kaum zufrieden sein. Dass er das ganze Jahr über offen ist und deshalb nie auf Wintergreens gespielt werden muss, trägt mit zur Freude bei, die bei uns auch lange nach unserer Rückkehr in die Schweiz in Erinnerung an die «Königsbrücke» anhielt.
www.golf-pontroyal.com


Provence Golfpass

Golf International de Pont Royal ist Mitglied bei der Organisation Provence Golf Pass. Sie ermöglicht es Besuchern der Region, schon vor Anreise Tee-Times auf 25 Plätzen zu reservieren. Direkt online gebucht, erhält man auf die Greenfees mindestens 20 Prozent Rabatt. Ein weiterer Vorteil der Buchungsplattform: Sie gibt einem alle wichtigen Informationen zu den verschiedenen Golfplätzen sowie über die geografische Lage. Für Golferinnen und Golfer, die ihre Reise in die Provence selber planen, sicher eine grosse Hilfe. 
www.provencegolf.com


Kulinarisches vom Feinsten

Ob AOC-Weine oder mit frischen Kräutern gewürzte Gerichte wie Boeuf Maturé, Bouillabaisse und Ratatouille: Die Provence im Süden Frankreichs bietet mitunter die beste Küche der Grande Nation. Selbstredend, dass man bei einem Aufenthalt in Pont Royal als auswärtiger Gast schon bald vor der berühmten Qual der Wahl steht. Wo speist man authentisch? Welche der unzähligen Weinkellereien empfiehlt sich für einen Degustationsbesuch? Nur gut, dass Golfclub-Vizepräsident David Payne ein Fein­schmecker ist, in der Region jeden Geheimtipp kennt und diese gerne mit den Gästen von Pont Royal teilt.

So geniessen wir eines Abends die unkomplizierte Atmosphäre der Auberge du Vieux Village in der kleinen Ortschaft Mallemort de Provence, nur wenige Fahrminuten von Pont Royal Golf entfernt. Hier steht der Wirt Joël Toullier persönlich am Grill, denn er ist der selbst ernannte «Spécialiste du Boeuf Maturé». Aber Vorsicht: Beim geselligen Joël kehrt mit Vorteil nur ein, wer Lust auf ein gut gereiftes Stück Rindfleisch hat, das der Chef fachmännisch auf den gewünschten Garpunkt bringt. Selten haben wir in Frankreich ein dermassen zartes, saftiges und gleichzeitig wohlschmeckendes Stück Fleisch genossen. Wir können einen Besuch daher nur wärmstens empfehlen.

Auch der zweite Tipp erweist sich als Voll­treffer. Das Château de Calavon liegt 15 Fahrminuten vom Golfplatz entfernt, inmitten einer weitläufigen Reblandschaft. Die rote Erde der Provence, die vielen Sonnenstunden und die aromatischen Winde der Gegend verleihen den Weinen dieser ausgezeichneten Kellerei ihren typisch provenzalischen Charakter.
Im Degustationskeller überzeugen uns die biologisch angebauten Rot-, Rosé- und Weissweine. Der 2017er-Rosé ist unser Favorit, gehört er doch in der Provence als Aperitif zu jeder geselligen Runde. Degustationen werden ganzjährig (ausser Feiertage) ohne Voranmeldung von Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr angeboten. 

www.aubergeduvieuxvillage.fr

www.chateaudecalavon.com

TEXT: THOMAS BOROWSKI
FOTOS: AZALEA GROUP, FABIAN SIXT

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