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Greenmaps: Die Regelhüter reagieren

Nicht unumstritten: Hochdetaillierte Karten von Greens

Dustin Johnson betrachtete am Northern Trust FedEx Cup Playoff 2017 einen Fünfmeter-Putt aus allen nur denkbaren Blickwinkeln und beriet sich ausführlich mit seinem Caddie. Soweit so gut, es ging ja um den Turniersieg und ein nettes Preisgeld. Nun galt es eigentlich nur noch den Ball anzusprechen, vielleicht einen Probeschwung zu machen und den Schlag auszuführen, oder?

Doch DJ griff in seine Gesässtasche, holte sein Birdiebuch hervor, faltete eine hochdetaillierte Karte des Greens auf, studierte diese mit seinem Bruder / Caddie, diskutierte erneut, faltete das Hilfsmittel wieder zusammen und dann, eine Minute und fünfzig Sekunden nachdem die Weltnummer 1 den Ball hingelegt hatte, rollte die Kugel endlich los. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich längst das Interesse am Ergebnis der Übung verloren und stellte mir vor, dass solche Dinge bei Hobbygolfern auch zur Gewohnheit werden. Ächz, dann würden die ohnehin schon zu langen Runden endgültig zu Wanderungen in Moria oder Mordor…

Die Thematik „Green Reading Material“ wurde bereits seit längerem beobachtet und diskutiert. Die einen SpielerInnen waren überzeugt, ein sinnvolles Mittel zu besseren Scores gefunden zu haben, andere wiederum meinten, dass dadurch ein wichtiger Aspekt des Spiels, nämlich das Lesen der Breaks auf den Greens, obsolet würde. Einer der weltbesten Pros drückte es ganz drastisch aus: „Wer die Puttlinien nicht erkennen kann, ist selber schuld.“ Das sehen auch die USGA und die R&A so und schieben – wenigstens teilweise – ein Riegel. Ab 1. Januar 2019 gelten folgende Einschränkungen, sowohl bei Printmaterial als auch bei elektronischen Geräten:

  • Abbildungen von Greens werden auf einen Massstab von maximal 1:480 limitiert
  • Bücher und einzelne Blätter dürfen nicht grösser als 11 x 18 Zentimeter gross sein. Karten auf denen die verschiedene Lochpositionen eingezeichnet sind, dürfen zwar grösser sein, die einzelnen Bilder aber auch nicht grösser als 11 x 18 cm.
  • Die Spieler dürfen keine Vergrösserungshilfen (Lupen, o.ä.) verwenden, um die Maps detaillierter anzusehen (davon ausgenommen sind normale, verschriebene Brillen oder Kontaktlinsen).
  • Handschriftliche Ergänzungen und Einträge in Büchern oder auf einzelnen Blättern müssen vom Spieler oder seinem Caddie stammen und dürfen die vorgegebenen Grössen auch nicht unterschreiten.

Zudem haben die beiden Organisationen beschlossen, die weitere Entwicklung zu bewerten und bei Bedarf weitere Regeln zu erlassen. Es scheint, dass uns damit immerhin die grössten Exzesse erspart bleiben und es wahrscheinlich nie dazu kommen wird, dass man irgendwann in naher Zukunft das Smartphone zücken könnte und dann die Puttlinie auf dem Bildschirm erscheint.

Text: Peter Hodel

1 Kommentar

  1. felix meier sagt:

    cool peter dass du die thematik mit dem greenbook beleuchtet hast. strokesaver ist seit längerem mit der r&a in die diskussion eingebunden und wir haben uns schon lange gegen die books ausgesprochen obwohl wir auch einige erstellt haben. unsere bewährten gründetails in den probooks sind als konform abgesegnet da die r&a den standpunkt vertritt dass diese für den schlag auf‘s grün gebraucht werden und nicht für den putt 😁👍 gruss aus thailand, felix

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