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Golfparadise mit familiärer Atmosphäre

Im Nordosten Deutschlands lockt Mecklenburg-Vorpommern mit 17 Golfplätzen. Nebst den meisten Sonnentagen des Landes gibt es einzigartige Sehenswürdigkeiten.

Kaum zu glauben, aber es ist schon 30 Jahre her, dass sich Ost- und Westdeutschland zu einem Land zusammengeschlossen haben. Die Wiedervereinigung hat dem Golfsport im ehemaligen Ost-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern einen kräftigen Schub verliehen. Denn in der sozialistischen DDR fristete Golf als «Elitesport» ein hartes Dasein. Staatschef Erich Honecker soll Golf einst als «bourgeoisen Blödsinn» bezeichnet haben.

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Heute zählt die landschaftlich reizvolle Region zwischen der Ostsee und der Mecklenburgischen Seenplatte mit 17 Golfplätzen – alle in angenehmer Fahrdistanz von den Flughäfen Hamburg oder Berlin –, als Geheimtipp unter Golfenden. Wir haben die Anreise über Berlin gewählt und uns im Frühherbst vom südlich gelegenen Fleesensee bis auf die Insel Usedom im Nordosten von Vorpommern durchgespielt.

Erste Station der Golftour ist Golf Fleesensee. Das gleichnamige Hotel- und Sportresort verfügt über fünf Golfplätze und als ideale Unterkunft das historische Schlosshotel Fleesensee. Ideal deshalb, weil die modern ausgebaute Hotelanlage mit kleiner Wellnessanlage und beheiztem Open-Air-Pool gleich neben dem 18-Loch Schloss-Platz liegt.

Und was viele nicht wissen: Mecklenburg-Vorpommern ist die Sonnenhochburg Deutschlands mit den meisten Sonnenscheinstunden im Land. Entsprechend starten wir auf dem 5919 Meter (ab Gelb) langen Par-72 Schloss-Platz bei strahlendem Sonnenschein im Kurzarm. Nach dem Einspielen auf der Driving Range neben dem schlosseigenen Obstgarten, gestaltet sich die Runde anspruchsvoll.

Verschiedenste Schwierigkeiten reihen sich auf den Schloss-Platz-Spielbahnen munter aneinander. Auf den ersten sechs Bahnen gewöhnt man sich rasch an die absolute Ruhe auf dem ganzen Kurs. Die Lage fernab jeder Strasse ist ein grosses Plus der Anlage, nebst dem guten Pflegezustand.

Ab der siebten Spielbahn kommen zu den schmalen und über sanfte Hügel führenden Fairways etliche Wasserhindernisse hinzu. Das kurze Par-3-Loch 14 über einen Teich bleibt dabei in bester Erinnerung. Die Kastanienallee im Hintergrund und die weidenden Pferde auf der Koppel daneben, machen deutlich, dass die Golfwelt in «Meck-Pomm» noch in Ordnung ist. Das grosse Finale erfolgt auf der 18, wo das Fairway hinauf auf den Schlosshügel und zum verdienten Gin Tonic in die Schlossbar führt.

RESORT FÜR GENUSS UND FAMILIÄRE ATMOSPHÄRE
Der folgende Tag beginnt mit einer schnellen Runde auf dem ebenfalls zum Fleesensee-Resort gehörenden Par-72 Schloss Torgelow Course. Das Aufwärmen auf der kreisrunden Driving-Range-Arena mit neun (!) Abschlaghäusern sollte man sich nicht entgehen lassen. Der vom schottischen Golfplatzarchitekten Ross McMurray gestaltete, 5840 Meter (ab Gelb) lange Kurs lässt anschliessend keine Wünsche offen, die das Golferherz begehrt. Schnelle Greens, breite Fairways und eine intakte Umgebung mit Wiesen und Wäldern machen die sportlich-anspruchsvolle Runde zum Genuss. Den gibt es auch im Restaurant Genusswerkstatt im Clubhaus. Wohlgestärkt nehmen wir nach den morgendlichen 18-Loch die Weiterfahrt in Richtung Norden auf uns.

Nächstes Ziel ist der Golfpark Strelasund im Ortsteil Kaschow in der Gemeinde Süderholz. Die 2006 von der Familie Remer gegründete Golfanlage mit zwei 18-Loch-Kursen und eigener Golfschule liegt zwischen den Hansestädten Stralsund und Greifswald. Die Gründer führen die Anlage heute in zweiter Generation.

Das familiäre Ambiente spürt der Gast in allen Belangen. Angefangen bei der freundlichen Begrüssung im urigen Club-Blockhaus über die sauberen 47 Gästezimmer und 16 Ferienwohnungen und -apartments bis hin zum zuvorkommenden Service im eigenen Landgasthof Frettwurst mit Wildprodukten aus der Jagd des Hausherrn. Hier stimmt bei unserem Aufenthalt einfach alles. Dass im Haupthaus eine kleine Wellnesslandschaft und ein Indoor Pool zur Verfügung stehen, rundet das Angebot ab.

VIEL LIEBE ZUM DETAIL
Zum Einstieg wählen wir den 2007 erbauten Strelasund-Inselcourse. Sein Name basiert auf den Bezeichnungen der einzelnen Spielbahnen, die Insel- und Halbinselnamen aus der Region tragen. An jedem Abschlag erfährt man auf informativen Tafeln viel Wissenswertes zu den Inseln und lernt so während dem Golfspiel noch dazu.

Der Par-71 Inselcourse gefällt auf den eher eng und mit viel natürlichen Hindernissen ausgelegten Front Nine mit viel Liebe zum Detail. Schattige Sitzbänke bei den Abschlägen, blühende Rosen und etliche, mit Weiden gesäumte Wasserhindernisse machen das Spiel hier auch zur Wohltat für die Augen.

Die nachträglich an den ursprünglichen 9-Loch-Kurs angefügten Back Nine sind mit deutlich breiteren Fairways und grosszügig angelegten Roughs ausgestattet, aber mit genau soviel Sorgfalt unterhalten. Das Inselgrün auf der Par-5-Spielbahn 13 wird zum Highlight des Tages.

Frisch gestärkt nehmen wir am nächsten Morgen den 18-Loch-Platz Mecklenburg-Vorpommern in Angriff. Während im nahen Wald die Jäger auf der Pirsch ab und zu die Büchse knallen lassen, versuchen wir, den anspruchsvollen Kurs mit möglichst wenig Ballverlust zu meistern. Aber aufgepasst: Man tut auf den Front Nine des 5714 Meter (ab Gelb) langen Kurses gut daran, noch etwas Energie aufzusparen. Die Back Nine fordern mit langen Bahnen wie der 505 Meter messenden 13 die Longhitter heraus. Und wirklich spektakulär ist auch das Inselgrün auf der 18, wo die sonnige Terrasse nebenan Zuschauertribüne und Erholungsort zugleich ist.

WEITBLICK UND ERHOLUNG AN DER OSTSEE
Den Abschluss unserer Tour bildet ein lohnenswerter Abstecher auf die nahe Insel Usedom in den Golf-Park Balmer See. Hier gibt die schöne Inselvegetation mit vielen Kiefern und dünenartigen Hügeln einen stimmigen Rahmen ab. Neben der reetgedeckten Hotelanlage stehen zwei 18-Loch-Meisterschaftsplätze zur Auswahl. Der 5492 Meter (von den Standard-Herrenabschlägen) lange Platz Blau vermag trotz seiner teils verwinkelten Auslegung in hügeliger Landschaft zu überzeugen.

Grund dafür sind die immer wieder atemberaubenden Weitblicke auf die Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern und das Achterwasser, welches Usedom vom Festland trennt. Und: Nach der Runde lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, am kilometerlangen Sandstrand die müden Füsse in der Ostsee zu kühlen. Ein weiterer Wohlfühlmoment, der jede Golfreise nach Mecklenburg-Vorpommern zum unvergesslichen Erlebnis macht.

www.auf-nach-mv.de/golfen

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