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Golfland Rhein-Neckar (1. Teil)

In St. Leon-Rot zeigte auch Tiger schon seine Spielkunst

Nachdem nun auch in unseren Breiten endlich der Sommer Einzug gehalten hat, ist es doch nur logisch, einmal naheliegende, weniger bekannte Destinationen zu erkunden.

Die Vereinigung Golfland Rhein-Neckar bietet die Wahl zwischen zehn der besten Plätze in der Region und das allein würde die dreieinhalb bis vierstündige Fahrzeit aus Zürich oder Bern aufwiegen. Doch zudem gehört die Region zu den sonnenreichsten und schönsten Gegenden Deutschlands – landschaftlich und auch kulturell gibt es einiges zu entdecken. Als Aufgalopp haben wir in den ersten Tagen drei Golfplätze in den Ebenen zwischen Mannheim und Heidelberg besucht.

Golf Club Heddesheim

Die Anlage wurde zwar erst 1998 eröffnet, liegt aber auf geschichtsträchtigem Grund. Das ehemalige Gut Neuzenhof wurde 1238 erstmals urkundlich erwähnt und in seinen sorgsam restaurierten historischen Gemäuern sind das Clubhaus, ein Day Spa und die Werksgebäude integriert worden. Der knapp 6200 Meter lange Platz präsentiert sich zwar weit offen, doch ein halbes Dutzend Wasserhindernisse,  ebenso viele Biotope und rund 70 geschickt platzierte Bunker sorgen dafür, dass Golfende aller Spielstärken eine Herausforderung vor sich haben.

Die Fairways sind im Allgemeinen recht breit angelegt, doch gut beraten ist, wer sich schon auf den Abschlägen einen Plan bis zur Fahne zurecht legt. Sonst kann es passieren, dass man an einigen Bahnen unangenehm nahe an oder sogar über die ballschluckenden Gewässer spielen muss. Am Schluss der beiden Schlaufen warten zwar nicht die schwierigsten, dafür aber die wohl einprägsamsten Löcher: Das neunte ist ein Par 3 mit einem grossen, stark ondulierten Inselgrün, umgeben für einmal nicht von Wasser, sondern einem tiefen „Rundumbunker“. Die 18. Bahn, ein kurzes Par 4 verlangt nach einem mutig gespielten Annäherungsschlag auf das knapp hinter und neben dem Wasser liegende Green. Naturfreunde werden sich auf dem abwechslungsreichen Platz zudem an der vielfältigen Vogel- und Pflanzenwelt erfreuen, bei unserem Besuch zwitscherte und pfiff es aus allen Richtungen.
https://gc-heddesheim.de/

Moderner Charme in alten Gemäuern in Heddesheim

Golfclub Mannheim-Viernheim

Der Zusatz „1930“ im Clublogo ist ein kleiner Etikettenschwindel – und Glückfall zugleich! Bis 1970 hatte der Traditionsclub sein Heim im mitten in Mannheim gelegenen Luisenpark, doch dann musste der Platz wegen der bevorstehenden Bundesgartenschau 1975 geräumt werden. Fündig wurde man in einem Waldgebiet im nahgelegenen Viernheim. Auftritt Bernhard von Limburger, der schon während Jahrzehnten Golfplätze gestaltet hatte, darunter auch Blumisberg, Hittnau und Basel in der Schweiz.

Die Handschrift des legendären Designers (übrigens auch ein ausgezeichneter Spieler, der viele Male für das deutsche Nationalteam antrat) ist auf „seinen“ neuen Löchern – die Erweiterung auf 18 Bahnen erlebte er nicht mehr – sehr deutlich zu erkennen. Die Löcher sind nicht überaus lang – das längste Par 4 geht knapp an die 400 Metergrenze – verlangen aber nach höchst präzisem Spiel, sonst gerät man sehr rasch in Schwierigkeiten und verbringt seine Zeit unter und zwischen dem üppigen, schönen Baumbestand. Einige der alten Bäume kommen zudem als Solitäre oder kleine Gruppen ins Spiel und erschweren zum Beispiel an den Bahnen 5, 12 und 18 die Annäherungsschläge auf‘s Green.

Besonders attraktiv und gleichzeitig tricky ist der Viernheimer „Amen Corner“. Hier ist die Essenz von Golf auf drei Löcher komprimiert: Die 15, ein langes, enges Par 4, die 16, ein tolles, anspruchsvolles Par 3 das in seiner Anlage stark an ein Harry S. Colt Design erinnert und die 17, ein von Baumreihen gesäumtes Par 5. Wer hier keine Schläge liegen lässt, darf sich sicher zu den versierteren Golfern zählen.
ttps://www.gcmv.de

Attraktiv: Das Schlussloch in Mannheim-Viernheim

Golf Club St. Leon-Rot

Die grösste Golfanlage der Region geht auf die Initiative von SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp zurück. Ein besonderes Augenmerk auf der ausgedehnten Anlage mit zwei 18-Lochplätzen, einem 9-Loch Kurzplatz, einem Bambini-Platz sowie grosszügigen Übungseinrichtungen gilt der Nachwuchsförderung. Auf dem riesigen  Trainingsgelände (u.a. mit sieben Chipping- und Pitching-Greens) kann man wirklich jeden erdenklichen Schlag üben.

Gespielt haben wir den Platz St. Leon, auf dem schon viermal die Deutsche Bank/SAP Open ausgetragen wurde und Tiger Woods dreimal den Titel einheimste. 2015 gastierte hier zudem der Solheim Cup, den das Team USA mit einem furiosen Schlusstag mit 14.5 zu 13.5 gewann. Hobbygolfer sollten sich aber von diesem Meisterschaftsplatz nicht gleich ins Bockshorn jagen lassen, denn Designer Dave Thomas hat ein zwar anspruchsvolles, aber sehr faires Layout hingelegt und mit 6178 Metern (von Gelb) ist der St. Leon auch längenmässig kein Monster. Tunlichst aus dem Weg gehen sollte man aber den teils riesigen Bunkeranlagen an den Fairwayrändern und rund um die schnellen und trickreich angelegten Greens.

Wie es sich für einen echten Championship Course (hier wird das Prädikat für einmal zu Recht geführt) gibt’s natürlich auch reichlich Wasserhindernisse, doch die „forced carries“ von den Abschlägen sind auch von Freizeitspieler zu bewältigen und bei den beiden Schlägen auf die Greens am fünften und achten Loch – Blick auf den Ball und einfach mutig durchziehen.
ww.gc-slr.de/de/

Viele Hindernisse aber faires Design auf dem Platz St. Leon

Ein Portrait von zwei weiteren attraktiven Golfplätzen, Informationen zu den sechs Hotels die ebenfalls zur Vereinigung Golfland Rhein-Neckar gehören und ein paar Tipps zu den Sehenswürdigkeiten in der Region finden Sie in einem der nächsten Newsletter. Wenn Sie aber schon vorab schon weiterlesen möchten, hier geht’s zur Webseite:
//www.golfland-rhein-neckar.de

Text: Peter Hodel
Fotos mit freundlicher Genehmigung der Golfclubs Heddesheim, Mannheim-Viernheim, St. Leon-Rot

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