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Golf während Corona: Es muss nicht immer Algarve sein

Denkt man an die Kantone Thurgau und Appenzell, denkt man wohl nicht zuallererst an einen abwechslungsreichen, luxuriösen und herrlich entspannten Golftrip. Sollte man aber, wie sich herausstellt. Diese Reportage ist in der Juli-Ausgabe 2020 von Golf&Country erschienen.

Eigentlich sind Golferinnen und Golfer ja ein einfaches Völkchen. Was sie brauchen, um glücklich zu sein, sind schöne Golfplätze, entspannende Wellness- sowie schmackhafte Kulinarikmomente. Und all dies vorzugsweise auf möglichst kleinem Raum vereint, damit die Wege zwischen diesen bevorzugten Bereichen nicht allzu lang werden. Wird das alles geboten, ist die gemeine Golferin, der gemeine Golfer zufrieden und mit sich und seiner Welt im harmonischen Einklang.

Finden lassen sich solch ideale Golfdestinationen meistens in Golfresorts. Beispielsweise in der Algarve, auf Mallorca, in Dubai, in den USA, auf Mauri­tius oder im Kanton Thurgau. Sie haben richtig gehört, im Thurgau. Denn auch wenn das Wellnesshotel Golfpanorama in Lipperswil kein eigentliches Golfhotel respektive Golfresort ist, vereint es alle Vorzüge, auf die Golfreisende bei ihrer Ferienplanung achten. Davon konnte sich auch Golf&Country bei einem Besuch vor Ort überzeugen.

IDEALE AUSGANGSLAGE
In 42 modern eingerichteten Doppelzimmern, acht Juniorsuiten, zwei Suiten und zwei Appartements bietet das Direk­tionsehepaar Alexandre und Caroline Spatz mit dem in einem ehemaligen Schweinestall erstellten 4-Sterne-Superior-Haus exklusiven Wohnkomfort. Für das leibliche Wohl ist die 14-Gault-Millau-Punkte-Küche im Hotelrestaurant «Lion D’Or» zuständig. Und für körperliche und seelische Erholung nach einer Golfrunde ist im grosszügigen Wellness- und Fitnessbereich gesorgt.

GROSSE AUSWAHL
Die Golfmöglichkeiten sind rund um das Wellnesshotel Golfpanorama nicht eben gering. Angefangen bei der 27-Loch-Anlage des Golfclubs Lipperswil unmittelbar vor der Hotel-Haustüre über die Plätze des Golfclubs Erlen respektive des Golfclubs Konstanz am Bodensee – die beide vom Hotel aus mit dem Auto in unter ­einer halben Stunde erreichbar sind – bis hin zu dem knapp eine Autostunde entfernten Golfclub Gonten im Appenzellerland, der entweder bei der An- oder Rückreise angesteuert werden kann. Auf ­unserer Reise durften wir die Plätze in Erlen, Lipperswil und Gonten besuchen.

RUNDE MIT SPASSGARANTIE
Golfplatzarchitekt Kurt Rossknecht verstand es, den GC Lipperswil wunderbar harmonisch in die Naturschönheit des Thurtals mit all seinen Obstbäumen zu integrieren. Herausgekommen ist mit der Kombination Schwarzebach/Burkert ein 18-Loch-Platz, der gleichsam abwechslungsreich, herausfordernd und dennoch zu jeder Zeit absolut fair und an guten Tagen auch mit einem vorzeigbaren Score zu spielen ist. Dies beginnt bereits auf Loch 1, einem 280 Meter kurzen Par 4 mit Dogleg nach rechts und einem von einem kleinen Teich geschützten Green. Bleibt man hier nach dem zweiten Schlag trocken, stehen die Par-Aussichten sehr gut.

Auch auf der 7, einem 460 Meter langen Par 5, sehen die Scoremöglichkeiten alles andere als schlecht aus. Ebenso beim 300 Meter langen Par 4 auf der 10, wobei hier der spektakuläre Abschlag in die Tiefe hinunter auch über ein weniger erfreuliches Ergebnis locker hinwegtröstet.

EIN PLATZ – ZWEI GESICHTER
Alles andere als schlechte Laune kommt derweil auch bei einer Runde auf dem Platz des GC Erlen auf. Auch wenn man sich hier die Kräfte gut einteilen sollte. Denn nach doch einigermassen entspannten ersten neun Löchern zeigt die 5700 Meter lange Par-71-Anlage auf den zweiten Neun ihre Zähne.

Schon alleine durch die komplett andere Topografie. Geht es auf der Runde vom Clubhaus hinaus noch meistens flach und gerade von Loch zu Loch, sind auf dem Weg zurück einige Hügellandschaften zu bezwingen. Dies wiederum bringt zahlreiche blinde Schläge mit sich, was es nicht einfacher macht, die Scorekarte halbwegs sauber zu halten.

Nichtsdestotrotz liegt just auf diesen zweiten, herausfordernden Neun unser absolutes Lieblingsloch – die 17. Ein gerade einmal 120 Meter kurzes Par 3. Die fehlende Schwierigkeit, was die Länge anbelangt, wird durch einen fast schon unanständig steil abfallenden Abschlag sowie durch ein neckisches Wasserhindernis unmittelbar vor dem Green mehr als nur kompensiert. Hier ist die richtige Schlägerwahl gleichwohl knifflig wie absolut entscheidend.

Ganz allgemein ist es dem Golfplatzarchitekten Rainer Preissmann gelungen, durch herausfordernde Hindernisgestaltung wie grossflächige Teiche, taktisch klug angelegte Bunker sowie anspruchsvolle Greens eine durch und durch reizvolle Herausforderung für Golferinnen und Golfer aller Stärkeklassen zu kreieren.

HERAUSFORDERUNG AUF DEM LAND
Die Bezeichnung «reizvoll» passt auch zum letzten Platz, den wir auf unserer Thurgau-Appenzell-Reise spielen durften. Die Anlage des Golfclubs Gonten im Kanton Appenzell Innerrhoden. Was bereits auf den ersten Blick klar wird, ist, dass hier vor allem die Natur mit ihren Reizen nicht geizt.

Schon alleine die wunderschöne Appenzeller Hügellandschaft, in der sich die 1997 von Platzarchitekt John Chilver-Stainer gestaltete Anlage einbettet, ist eine Reise wert. Würde man sich jedoch bloss auf die tatsächlich atemberaubende Naturkulisse mit den traumhaften Weit- und Aussichten in die Appenzeller Landschaft und das Alpsteinmassiv mit dem fast schon majestätisch anmutenden Säntis fokussieren, täte man der gut 5000 Meter langen Par-71-Anlage absolut unrecht.

Bereits Loch 2, ein ab dem gelben Herrenabschlag mit gerade einmal 210 Metern äusserst kurzes Par 4, zeigt auf, was auf diesem Platz von zentraler Bedeutung ist: Strategie. Denn ohne ­diese – respektive ohne die richtige Strategie – lauern unzählige Gefahren, die einen teuer zu stehen kommen können. Auf Loch 2 sind dies zum Beispiel das gleich hinter einem Bachlauf gelegene Out oder die nette Scheune, die bei ­angriffslustigen Tiger-Line-Drivern für Kopfzerbrechen sorgen dürfte.

Loch 8, von den Mitgliedern liebevoll als «kleines Monster» bezeichnet, ist ein 450 Meter langes Par 5. Ein Bachlauf teilt das Fairway in zwei Hälften, dazu kommen ein kleines Wäldchen, Out sowie ein kleiner Wasserlauf rechts vor dem Green. Das Grün selbst befindet sich auf einem hoch gelegenen Plateau und bietet relativ wenig Anspielraum. Nach der Runde kann man auf der wunderschön gelegenen Terrasse des Clubrestaurants philosophieren.

TEXT: FRANCO BRUNNER / FOTOS: GC GONTEN; WELLNESSHOTEL GOLF PANORAMA; GC ERLEN; GC LIPPERSWIL


GOLF-ANGEBOTE
Das Wellnesshotel Golfpanorama bietet unter anderem auch «Golf&Wellness»-Pauschalen an, bei denen der Gast zwischen der 50-minütigen Golf- und Relaxmassage und einem Greenfee für einmal 18 Löcher oder zweimal 9 Löcher wählen kann. Hinzu kommen bei diesen ab 350 Franken pro Nacht und Person im Doppelzimmer erhältlichen Packages diverse Inklusivleistungen wie etwa ein Vier- bis Fünf-Gang-Abendmenü, die freie Nutzung der Wellnessanlage und des Fitnessraumes sowie eine 20-Prozent-Ermässigung auf das direkt an der Rezeption ­buchbare Greenfee für den Golf Club ­Lipperswil und den Golf Club Erlen.

www.golfpanorama.ch

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