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Golf während Corona: Der längste Golfplatz im Schweizer Golfverband

Golf Saint Apollinaire, das neuste Mitglied von Swiss Golf, befindet sich in Frankreich und verfügt über 45 Spielbahnen. Aufgrund der Lage gleich bei Basel ist die Anlage auch in Zeiten von Corona jederzeit einen Besuch wert.

Es sind nur rund 15 Minuten Fahrzeit von Basel, nach der man dank guter Beschilderung problemlos Golf Saint Apollinaire erreicht. Seit dieser Saison sind dort alle 45 Löcher bespielbar und auch die Grenzen von und zu Frankreich sind nach dem Lockdown wieder geöffnet.

«Ich hatte ursprünglich ein anderes Projekt in Frankreich, welches aber politisch nicht umsetzbar war. Durch Zufall bekam ich danach einen Anruf von jemandem, der mir ein Grundstück zeigen wollte. Hubert von Sonnenberg – der heute Clubpräsident ist – zeigte mir das Gelände, da er die Eigentümerfamilie kannte», erzählt Daniel Weber, geschäftsführender Eigentümer, über den Beginn des Projekts. Er war von Beginn an von dem 150 Hektar grossen Areal fasziniert, auf dem sich (neben dem Clubhaus) ein Zisterzienserkloster aus dem 11. Jahrhundert befindet.

Zwei Jahre dauerte die Verhandlung mit dem Grundstückseigentümer und weitere sechs Jahre das Bewilligungsverfahren, bis nach insgesamt rund zehn Jahren endlich Golf gespielt werden konnte, wie uns Weber berichtet. Unterstützt wurde er dabei von Antoine Waechter, der in den 80er-Jahren französischer Präsidentschaftskandidat der Grünen war, sowie von Pierre Wunsch, der als Raumplaner für grosse Schlüsselprojekte in der Region verantwortlich zeichnet.

«Die beiden halfen mir bei der Umsetzung und deckten die ökologische Seite ab. Sie waren instrumental für den Erfolg», erklärt Weber. Zusammen mit Architekt Kurt Rossknecht entschied er, dass Saint Apollinaire der grösste Club der Region und damit ein Benchmark werden sollte. «Das Gelände ist wunderschön und von altem Baumbestand charakterisiert. Beide Plätze sind sportiv ausgelegt und es reicht nicht, den Ball einfach nur flach nach vorne zu rollen», analysiert Weber. «Insgesamt haben wir sechseinhalb Hektar Wasserflächen neu geschaffen. Dort speichern wir Wasservorräte, wir bewässern ausschliesslich mit Regenwasser. Das machen wir auch auf den anderen ClubGolf-Anlagen Kyburg und Sempach so, und das war unser Proposal für die Ökologen.»

ZWEI UNTERSCHIEDLICHE NEUNEN
Wir begannen unseren Golftag mit einer Runde auf dem Kurs Tree Garden, der mit einem Bergab-Par-5 beginnt – die Drivezone ist relativ schmal, ansonsten präsentiert sich das Eröffnungsloch durchaus freundlich. Die ersten Neun sind sanft hügelig und relativ offen, dafür kommt Wasser ins Spiel. Eine andere Optik präsentiert sich auf den Back Nine, für die insgesamt sieben Hektar Wald gerodet wurden.

Die meisten Spielbahnen sind eng und führen durch den Wald – wer seine Abschläge nicht präzise positioniert, hat meist keine Chance, mit dem nächsten Schlag auf das Grün zu spielen. «Signature Hole» ist wohl Nummer 13, ein rund 390 Meter langes Par 4 mit Dogleg rechts durch eine Waldschneise. Stiegen führen auf den Herren-Abschlag, der zirka 20 Meter höher als das Fairway liegt, was für weitere Drives sorgt.

Der Parcours verfügt über einen durchgehenden Cart-Weg und es gibt immer genügend Carts, sodass auch ohne Reservation jederzeit eines gemietet werden kann, wie uns Weber berichtet.

PLATZ FÜR MEISTERSCHAFTEN
«Fruit Garden ist mit einer Länge von bis zu 6800 Metern der längste Platz des Schweizer Golfverbands. Es ist ein Meisterschaftsplatz, und so positionieren wir ihn auch. Aufgrund von fünf Abschlägen pro Loch ist er jedoch spielbar, von vorne spürt man die Länge nicht einmal», kommentiert Weber. Die Grüns sind im Durchschnitt rund 1000 Quadratmeter gross und damit um 20 Prozent grösser als auf einem «normalen» Meisterschaftsplatz.

Die Runde beginnt ebenfalls mit einem relativ einfachen Par 5, die nächsten Spielbahnen des insgesamt offenen Platzes führen meist leicht bergauf oder bergab, ehe man von Loch 8 zu 9 durch einen Tunnel auf einen anderen Teil des Areals geht, welches insgesamt eher flach ist. Mein Lieblingsloch auf Fruit Garden ist Nummer 11, ein von dem regulären Herren-Tee nur 250 Meter langes Par 4. Beim teilweise blinden Abschlag sieht man kaum, dass sich links ein Teich, vor dem Grün ein Bunker und rechts Rough befindet. Ich entschloss mich dazu, das Grün mit meinem Drive zu attackieren – ein schwerer Fehler, wie sich schon kurz später herausstellen sollte. Ich meine zwar, meinen Abschlag ziemlich auf Fahnenhöhe gespielt zu haben – ob das wirklich der Fall war, werden wir aber leider nie mehr erfahren, da der Ball in hohem Gras und Bäumen rechts neben dem Grün verloren ging.

Ebenfalls als «Signature Hole» könnte man Nummer 15 bezeichnen, ein mittellanges Par 3: Der Abschlag muss über einen Teich gespielt werden, hinter dem Grün lauert jedoch Out. Damen müssen 100 Meter carry schlagen, um das Grün zu erreichen. Nachdem man nochmals durch den Tunnel geht, spielt man noch Loch 18, ein gut bebunkertes Par 4, welches zurück zum Clubhaus führt.

Greenfee-Gäste sind auf den 18-Loch-Plätzen unter der Woche willkommen, am Wochenende dürfen ausnahmslos nur Mitglieder und deren Gäste spielen. «Mit dem Executive Course haben wir einen Kurs, welcher immer öf­fentlich zugänglich ist», so Weber ab­schliessend. 

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