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Golf du Domaine de Manville

Juwel in den Alpilles: Golf du Domaine de Manville (links oben die alte Festung Les Baux)

Die Farben, das Licht, die Gerüche und die kulinarischen Genüsse der Provence sind von Dichtern, Malern und Reisenden schon tausendfach besungen worden. Auch für Golffreunde hatte die sonnenverwöhnte Landschaft schon einiges zu bieten und 2014 wurde zu Füssen der alten Festungsstadt Les-Baux-de-Provence die von 1641- 1791 einmal ein Lehen der Grimaldis aus Monaco war – sie führen bis heute den Titel „Comtes des Baux“ – ein neues luxuriöses 5-Sterne Hotel samt Golfplatz eröffnet.

Zum Resort gehört auch der auf 18-Löcher erweiterte Golfplatz, dessen Gestaltung weltweit wahrscheinlich einmalig ist: Die Greens und Bunker sind allesamt in geometrisch-rechteckigen Formen gehalten und sogar die Fairways folgen mehr oder weniger geraden Linien! Selbst unvoreingenommene Betrachter werden bei dem Anblick vielleicht zuerst einmal die Augen verdrehen und sich fragen, ob das Ganze ein Tribut an den Kubismus sein soll, oder auf einem Spleen des Architekten Thierry Sprecher beruht. Der Directeur du Golf Jérémy Picot erklärte uns aber, dass die Gründe für das atypische Aussehen des Platzes auf einer ganzen Reihe von Auflagen beruht, die die Bauherrschaft zu erfüllen hatte. Dazu gehörten der Schutz von historischen Gebäuden, die Einhaltung der Umweltdirektiven im Naturpark Alpilles und die Erhaltung der landschaftlichen Grenzlinien. Die Gegend wird seit Jahrhunderten geprägt von Olivenhainen, Weinbergen und Trockensteinmauern deren Parzellengrenzen ja grösstenteils auch gradlinig verlaufen. Nicht zuletzt sollte auch der „alte“ Golfplatz möglichst erhalten und in den vergrösserten Parcours integriert werden. Schutz eines bestehenden Golfplatzes? Eine ganz neue Idee, wenigstens in unseren Breiten!

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die natürlichen Ressourcen der Landschaft zu schonen. So wurde mit verschiedensten Grasorten experimentiert, um mit minimaler Bewässerung arbeiten zu können. Die Resultate sind so überzeugend, dass nun für den 18-Lochplatz die gleiche Wassermenge ausreicht, die früher auf dem 9-Lochparcours benötigt wurde. Die vorherrschende, empfindliche Vegetation wurde schon während dem Bau strikt geschützt und mit heimischen Zypressenbäumen und Hecken ergänzt, die auch als Windbrecher dienen. Einige der hinteren Abschläge sind in die felsigen Hänge eingebunden und hier spielt man von Bioplastikmatten, denn der Aufbau und vor allem die Pflege von Grastees wären auf dem Kalksteinboden viel zu aufwändig geworden. An sechs Löchern wartet somit eine kleine Kletterpartie über Stock und Stein zu den gelben und weissen Tees. Die Sicht auf die tiefer liegenden Fairways ist aber den kurzen Aufstieg wert und die Abschläge optisch und spielerisch eindrucksvoll.

Trotz des etwas speziellen Anblicks fügt sich der Platz harmonisch in die Umgebung ein und die Ecken und Kanten der Greens und Hindernisse fallen nach kurzer Angewöhnung überhaupt nicht mehr auf. Der Parcours musste auf einem relativ kleinen Areal von nur 44 Hektaren untergebracht werden und das wird schon beim ersten Blick auf die Scorekarte offensichtlich: Von den Backtees misst der Platz nur gerade 5502 Meter, keines der vier Par 5 ist länger als 460 Meter und das längste Par 4 scheint mit 390 Meter auch nicht furchterregend. Wie so oft erzählen die reinen Distanzen aber nicht die ganze Geschichte. Die technischen Anforderungen sind aufgrund der natürlichen und konstruierten Hindernisse nicht zu unterschätzen. An sieben Löchern muss der Ball gut platziert werden, sonst versperren hohe Bäume den direkten Weg zum Ziel und an sechs Bahnen gilt es auf den wieder an die Oberfläche geholten kleinen Bach zu achten. Vor allem aber kann der Wind an den Ausläufern der Alpilles eine grosse und manchmal unerwartete Rolle spielen. Am Loch 8, einem Par 3 mit nur knapp über 100 Meter Länge mussten wir verblüfft feststellen, dass selbst ein gut getroffenes mittleres Eisen deutlich zu kurz geriet!

Diese Lektion und das leichte Schmunzeln des einheimischen Begleiters nahmen wir ohne Verstimmung zur Kenntnis, die Umgebung ist einfach zu schön um irgendwelchen Ärger aufkommen zu lassen, denn immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke auf die Landschaft und über allem thront, hoch oben auf dem Felssporn, die alte Festung mit ihren Zinnen und Scharten, wie ein Geist aus längst vergangenen Tagen.

www.domainedemanville.fr

Text: Peter Hodel
Fotos: © Peter Hodel / Domaine de Manville

 

 

 

2 Kommentare

  1. Thom krieger sagt:

    Liebe swigo red.
    Wisst ihr was cool wäre ?

    Wenn ihr euch auf die probaganda seite, der günstigen und fairpreis golf plätze einschiest 🙂

    Ihr beweisst ja auch das golf spasmachen kan und soll mit kleinerem budget

    Gruss gt

    • houseof4 sagt:

      Hallo Thom
      Gut und günstig findet man (nach meinen Erfahrungen) vor allem im UK und auch in den USA. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass Schweizer Golfreisende im Urlaub sehr oft eben die „Top-Plätze“ suchen – auch wenn das ganz schön ins Geld gehen kann (und nicht zwingend bessere Erlebnisse „produziert“). Dennoch: Dein Hinweis ist interessant und wir werden da einmal eine Diskussion starten.

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