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Golf Club Kynzvart

Tolles Schlussloch: Das 18. im GC Kynzvart

Böhmen im westlichen Teil der Tschechischen Republik ist schon seit rund dreihundert Jahren berühmt für seine Kurbäder, in denen sich einst die Mächtigen, Reichen und Schönen aus der ganzen Welt ein Stelldichein gaben. Zu den illustren Besuchern gehörten, nebst Kaisern, Zaren, Königen und anderen Grosskopfeten unter anderem Henrik Ibsen, Thomas Edison, Frédéric Chopin, J.W. von Goethe und Samuel Clemens (Mark Twain). Im Bäderdreieck Karlsbad – Marienbad – Franzensbad kann man aber nicht nur kuren und sich verschönern lassen, sondern auch viel Golf spielen und der kleine Ort Lazne Kynzvart (Bad Königswart) beherbergt eine der schönst gelegenen Golfanlagen in Mitteleuropa.

Der Platz ist im grossen Waldpark rund um ein Schloss angelegt, das zwischen 1623 und 1945 den Fürsten von Metternich gehörte. Hier trägt jede Spielbahn einen Namen: Loch 5 wird Bílý Kámen (Weisser Stein) genannt, weil neben dem Green ein grosser Quarzbrocken liegt, der viele Jahre als Orientierungshilfe und Ort für romantische Treffen diente und die 8. Spielbahn ist nach J. W. von Goethe benannt. Der Dichter soll sich in der Ecke des Doglegs als damals bereits 80jähriger öfter mit seiner letzten Liebe, der 52 Jahre jüngeren Ulrike von Levetzow, getroffen haben.

So romantisch die Hintergründe rund um den Golfclub Kynzvart sein mögen, nach dem Start zur Runde sind diese Feinheiten rasch vergessen. Dies ist ein anspruchsvoller Platz (6510 Meter von ganz hinten), aber immerhin hat man die Auswahl zwischen fünf verschiedenen Teeboxen – die Kampagne „Tee it forward“ sollte hier beachtet werden. Vor allem die Niveauunterschiede, ein paar windoffene Löcher und verschiedene Wasserhindernisse sorgen für einen echten Härtetest. Entschädigt wird man aber, vor allem an den hochgelegenen Bahnen vier bis sechs und 13, immer wieder mit einer wundervollen Aussicht über den Kaiserwald und die alten, schönen Baumbestände.

Das 18. Loch ist an Dramatik und Schönheit dann kaum zu toppen und hält, was die Szenerie angeht, auch einen Vergleich mit Schlusslöchern wie in St. Andrews oder Pebble Beach stand: Der Drive über Wasser und dann ein sanft ansteigendes Fairway hoch zum Green direkt vor dem Schloss im Stil des Wiener Klassizismus. Wir verweilten kurz auf dem Backtee, um die Aussicht über den See zu geniessen und unsere Chancen einzuschätzen. Die Perspektive mit einem Carry von über 220 Metern dürfte aber auch bei wesentlich versierteren Spielern leichtes Knieschlottern verursachen und so gingen wir brav zum weiter vorne liegenden Tee für Hobbygolfer. Selbst von dort ist das Carry immer noch beeindruckend, aber doch machbar.

Text und Fotos: Peter Hodel

https://www.golfkynzvart.cz/

Informationen zu weiteren Plätzen in der Region:

https://de.leadingcourses.com/europa+tschechien+karlsbad/

1 Kommentar

  1. Speer sagt:

    Ich habe den Platz gespielt und kann wirklich nur alles oben geschriebene bestätigen einer der schönsten Plätze die ich je gespielt habe .
    Nicht vergessen sollte man auch das Clubhaus sehr aufmerksame Bedienung und sehr gutes Essen.

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