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Filmtipp: „Seve – the Movie“

Sportfilme fast jeder Sparte haben es beim Publikum notorisch schwer und einen Verleih zu finden der einen Film über Golf auf die grossen Leinwände bringt ist – zumindest im deutschen Sprachraum – fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Dem Film über das Leben und die Erfolge von Severiano Ballesteros dürfte deshalb, angesichts der überschaubar kleinen Zielgruppe, das gleiche Schicksal beschieden sein wie ähnlichen Produktionen.

Während früher kaum Chancen bestanden, solche Filme wenigstens fürs Heimkino zu erwerben (bei DVDs aus Übersee fehlte manchmal der Ländercode bzw. die Freigabe), ist im Zeitalter des modernen Internets aber immerhin diese Hürde gefallen und so können Golffans „Seve – the Movie“ über Streamingportale abrufen, oder die DVD kaufen. Über etwas Englischkenntnisse muss man aber schon verfügen, denn die Archivaufnahmen sind mit englischem, die nachgedrehten Spielszenen mit spanischem Ton (und mit englischen Untertiteln).

Der im Jahr 2011 verstorbene Severiano Ballesteros wurde nicht von allen gleich gemocht.  Kontrahenten bei seinen insgesamt acht Rydercup-Einsätzen beklagten sich hin und wieder über seine als unfair empfundenen „Spielchen“ wie Klimpern mit Münzen in der Hosentasche  oder wiederholtes Räuspern, während sie einen Schlag vorbereiteten.

Eines ist aber unbestritten: Der Spanier war ein aussergewöhnlich begabter Golfer und hat mit seinem angriffigen, intuitiven Spiel Zuschauer und Mitspieler gleichermassen begeistert und in den Bann gezogen. Einer der Besten aller Zeiten mit Namen Tiger Woods hat einmal geschwärmt, „ich habe nicht einmal davon geträumt, Schläge wie Seve zu riskieren, habe ihm aber zugesehen, wie er solche Nummern wieder und immer wieder abgezogen hat.“

Der fast zweistündige Film von Regisseur John-Paul Davidson aus dem Jahr 2014 zeigt aber nicht nur viele der unvergessenen Zauberschläge (oft begleitet von Originalkommentaren von Grössen wie Gary Player, Lee Trevino oder Peter Alliss), die Seve während seiner Karriere mit über 90 Profisiegen, darunter die zwei Triumphe am Masters und drei an der Open Championship vollbrachte, sondern auch Szenen mit Rückblenden aus seiner Jugend und golferischen Anfängen in Pedreña. In diesem Teil wird Ballesteros von José Luis Gutiérrez „gedoubelt“ der Seve nicht nur sehr ähnlich sieht, sondern auch dessen Schwung und Auftreten sehr überzeugend imitiert.

Auch wenn die historische Präzision manchmal etwas vernachlässigt und die Dramaturgie noch etwas überhöht wurde (als ob das überhaupt nötig gewesen wäre), Fans von Seve, der den Golfsport zusammen mit Bernhard Langer auf dem europäischen Festland so richtig ins Scheinwerferlicht gerückt hatte, kommen voll auf ihre Kosten.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=X_67FMhLUvU

Text: Peter Hodel
Foto: Netflix

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