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Fiese Fallen (1. Teil)

Der "Hill Bunker", 11. Loch, St. Andrews (Old Course)

Im Vokabular vieler Golfenden rangiert das Wort „Bunker“ gleich nach „Shank“ (aka „Socket“) ganz oben auf der Liste der unbeliebtesten Ausdrücke. Und wenn sie dann wirklich im Sand liegen, sträuben sich schon beim Gang zum Ball die Nackenhaare. Dabei ist das – zumindest nach Aussage eines meiner Golflehrer – der einfachste Schlag im Golfsport, „Du musst im Bunker ja nicht einmal den Ball treffen“, meinte er einmal mit typisch britisch-trockenem und schrägen Humor.

Die Sandgruben auf Schweizer Plätzen sind, soweit ich das beurteilen kann, im Vergleich zu anderen Ländern aber noch relativ harmlos. Hier eine kleine Auswahl von wirklich fiesen Fallen aus denen man sich manchmal nur seitwärts oder gar rückwärts befreien kann.

  1. „Hill Bunker“, St. Andrews, Old Course
    Auf der „Old Lady“ hat es wohl mehr berüchtigte Bunker als auf allen anderen Plätzen zusammen genommen und der „Hill“ (nicht zu verwechseln mit dem „Hell“ an der 14) links vom 11. Green scheint eine persönliche Fehde gegen mich zu führen! Bei fünf Runden auf der Old Lady landete ich dreimal in diesem Biest mit seiner über zwei Meter hohen Wand. Einziger Trost: Sogar der grosse Bobby Jones konnte sich an der Open Championship 1921 in vier Versuchen nicht daraus befreien, zerriss wütend seine Scorekarte und „beendete“ seinen ersten Auftritt im Home of Golf mit DQ.
  2. „The Devil’s…”, Pine Valley GC (USA)
    Diese Falle vor dem 10. Green trägt den unschönen, aber treffenden Namen “The Devil’s A-hole“ und ist ein beliebtes Fotosujet – wenn die Befreiung gelungen ist… Der Bunker mit der Steilwand ist nicht nur sehr tief, man hat auch äusserst wenig Raum zum Ausholen.
  3. “Coffin”, Royal Troon GC (SCO)
    Loch Nr. 8 „Postage Stamp“, mit 111 Metern das kürzeste Par 3 das auf der Profitour gespielt wird, ist eingerahmt von fünf tiefen Potbunkern. Einer davon, lang und schmal wie ein Sarg, kann zum Conan (dem Zerstörer) einer Scorekarte werden. Zu wenig Dampf und der Ball rollt einen zurück vor die Füsse, zu viel und man liegt jenseits des Greens wieder in einer Grube.
  4. “The Himalayas”, Royal St. Georges (ENG)
    Der Fairwaybunker am 4. Loch ist so gross und tief (rund 12 Meter), dass man einen Lastwagen darin verstecken könnte. Wer den Teeshot etwas nach rechts verzieht – eine „beliebte“ Route bei Hobbyspielern – und die Länge von ca. 180 Meter „Carry“ nicht drauf hat, sieht sich mit einer Wand aus Eisenbahnschwellen konfrontiert.
  5. Mayakoba, El Camaleon (MEX), 7. Loch
    Mitten im Fairway des 7. Lochs des von Greg Norman gebauten Platzes liegt einer der sicher attraktivsten Bunker auf der Welt – zumindest was das Aussehen angeht. Tatsächlich ist das mehr als nur ein Sandhindernis, unter den Felsen verbirgt sich der Eingang zu einer Cenote, einer mit Süsswasser gefüllten Höhle.

Der zweite Teil dieser kurzen Serie folgt in unserem nächsten Newsletter. Und wenn Sie auch ein Foto von einem besonders eindrücklichen oder ungeliebten Bunker haben, senden Sie uns den Schnappschuss Ihres „Favoriten“ doch an redaktion@swigo.ch. Wir belohnen Ihren Beitrag mit einer 12 Schachtel  V Plus Bälle?

„Der Unterschied zwischen einem Sand- und einem Wasserhindernis ist wie zwischen einem Autounfall und einem Flugzeugabsturz. Einen Autounfall kann man überleben.“
Bobby Jones

Text: Peter Hodel
Foto: G. Lisbon, USGA, Getty, St. Andrews Links Trust, Peter Hodel

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