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Erster Grosserfolg für McIlroy seit fast fünf Jahren

Rory und sein Caddie Harry Diamond freuen sich gemeinsam

Die PLAYERS Championship gastiert seit 1982 auf dem TPC Sawgrass in Ponte Vedra Beach in der Nähe von Jacksonville, Florida und wird oft als „fünftes Major“ bezeichnet. Am höchstdotierten Turnier der PGA Tour lagen dieses Jahr 12 Millionen Dollar Preisgeld zur Verteilung bereit und an den ersten drei Tagen zeigten vor allem die europäischen Rydercup Spieler Jon Rahm, Tommy Fleetwood und Rory McIlroy wo es auf dem sehr schwierigen Platz von Pete Dye lang geht. Die einheimischen Stars wie Justin Thomas, Jordan Spieth, Brooks Koepka oder auch der von seinen Nackenproblemen genesene Tiger Woods spielten im stärksten Teilnehmerfeld der noch jungen Saison hingegen nur die zweite oder dritte Geige.

Vor dem Finaltag führte Jon Rahm mit -15 vor McIlroy und Fleetwood (beide -14) gefolgt von Jason Day und Abraham Ancer (Mex), die je einen Schlag weiter zurücklagen und es sah ganz danach aus, als ob elf Jahre nach Sergio Garcia wieder einmal ein Spanier den (neuen) Pokal stemmen könnte. Die bestklassierten US-Amerikaner waren erst auf dem geteilten sechsten Rang zu finden und dabei handelte es sich – mit Ausnahme von Dustin Johnson – nicht um die ganz klingenden Namen.

Das grosse Zusammenrücken in der 4. Runde

Am Sonntag wurde es dann aber zur Freude der Zuschauer vor Ort und am Fernseher nochmals richtig spannend: McIlroy und Day im zweitletzten Flight erwischten einen mässigen Start und als der Nordire am vierten (Doppelbogey) und siebten Loch (Bogey) drei Schläge verlor, musste man wieder einmal befürchten, dass es zu einem auch schon gesehenen Einbruch mit hängendem Kopf und gebeugten Schultern kommen könnte. Die dahinter gestarteten Rahm und Fleetwood konnten allerdings nicht von den durchzogenen Frontnine von McIlroy und Day profitieren und brauchten ebenfalls je 37 Schläge. So rückten urplötzlich, etwas abseits der Kameras, früher gestartete Spieler wie Eddie Pepperell, Jhonattan Vegas, Brian Harman und Dustin Johnson immer näher heran und zeitweise lagen 10 Spieler nur zwei Schläge auseinander. Ein besonderes Kapitel schrieb bei der Aufholjagd der letztjährige Ryder Cup Captain Jim Furyk. Der 48jährige mit dem unorthodoxen aber äusserst effizienten Schwung scheint schon seit einer halben Ewigkeit auf der Tour zu spielen, bestritt bereits die 23. PLAYERS Championship und zeigte seinen wesentlich jüngeren Landsleuten mit einen Eagle und sieben Birdies wie Kampfgeist buchstabiert wird. Furyk ging schliesslich mit einer 67er Runde und 14 unter Par vom letzten Green und konnte noch auf einen Sieg, oder wenigstens ein Stechen hoffen. Doch McIlroy unterliefen für einmal keine dummen Fehler in Form von schlechten Schlägen oder verschobenen (machbaren) Putts. Nach zwei Birdies an der 15. und 16. Bahn lag er mit einem Schlag in Front und spielte an den beiden letzten Löchern zwei solide Pars. Rahm und Fleetwood, letzterer erzielte am 16. Loch einen sehenswerten Eagle, mussten nun volles Risiko gehen – und bezahlten den Preis für zu aggressive Linien am 17. Loch; beide Abschläge landeten im Wasser. Das Inselgrün war im Übrigen – wie schon so oft – ein dramatischer Schauplatz: Insgesamt fanden hier an den vier Turniertagen 45 Bälle ein feuchtes Ende. Am schlimmsten erwischte es Tiger Woods, der zwar zwei Birdies erzielte, in der zweiten Runde aber erst den dritten Ball auf die Puttingfläche brachte und Paul Casey in der ersten Runde, ebenfalls mit zwei Bällen in Folge ins Wasser.

Oldie Jim Furyk erzielte nicht nur sein bestes Ergebnis an der PLAYERS, sondern zeigte nach dem Sieg von McIlroy auch Grösse. Er wartete auf dem Weg zum Scorer-Kabäuschen und gratulierte dem Nordiren, auch wenn er nach seiner tollen Leistung sicher enttäuscht über den knapp verpassten Sieg war.

Hier geht’s zu den Ergebnissen:

https://www.pgatour.com/competition/2019/the-players-championship/leaderboard.html

Nebengeräusche: Slow Play – eine Seuche ohne Ende

Rory McIlroy, bekannt dafür dass er gerne zügig spielt, hielt mit seiner Meinung zum Thema Spielgeschwindigkeit nicht hinter dem Berg, als von Pressevertretern nach der zweiten Runde darauf angesprochen wurde: „Ich stehe hier von Ihnen, fünf Stunden und 40 Minuten nach unserer Abschlagzeit. Einige Spieler haben die erste Runde wegen der einbrechenden Dämmerung nicht beendet. Das ist zu einer Epidemie auf der Tour geworden, völlig inakzeptabel und man sollte endlich etwas härter durchgreifen.“ Der Sieger der PLAYERS 2019 steht mit seiner Meinung nicht allein, auch Brooks Koepka, Adam Scott und andere habe sich in den vergangenen Wochen ähnlich geäussert und wie in Old Tom Morris‘ Namen soll man von Hobbyspielern zügiges Spieltempo verlangen wenn sie sehen, wie ein Bryson DeChambeau an der Dubai Desert Classic 2019 am letzten Loch über eine Minute (auf dem 15. Green sogar fast zwei Minuten!) für die Vorbereitung zu einem Putt „benötigt“ – und das obwohl sein Sieg in jener Situation bereits feststand. Bei allem Respekt für die überarbeiteten neuen Golfregeln, eine klare Ansage zu diesem leidigen Thema wurde nicht einmal ansatzweise gemacht und damit eine grosse Chance vergeben.

Text: Peter Hodel
Foto: David Cannon / Getty Images

1 Kommentar

  1. David Shaw sagt:

    Wenn man sieht was manchmal auf dem Golfrunde passiert, es ist kein Wonder dass es 4 bis 5 Stunden dauert. 5 bis 6 Übungsschwunge; Putts von 4 Seiten anschauen. Schlagvorbereitungen müssten irgendwie eingeschränkt werden. Stoppuhr finde ich kein gute Lösung.

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