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Die Top 100: Fünf Oldies behalten die Nase vorn

Rangiert regelmässig unter den besten Courses: Royal County Down

Das renommierte US-Magazin GolfDigest publiziert jedes Jahr eine Liste mit den Top100 Golfplätzen. In den ungeraden Jahren werden jeweils die besten Courses in den USA und Mexiko gewählt und mit jener Rangliste habe ich immer meine Probleme. Da belegen regelmässig die den tollen Anlagen von Augusta National, Pine Valley oder Cypress Point die Spitzenränge. Diese Informationen machen aber kaum Sinn, weil auf jenen Fairways nur Mitglieder (überwiegend Superreiche und sehr Prominente) und ein paar wenige von ihnen eingeladene, handverlesene Gäste spielen dürfen.

Ganz anders bei der aktuellen Rangliste (alle Länder ohne die USA). Die meisten dieser Plätze können Golffans ohne Probleme besuchen und spielen, auch wenn die Greenfees teilweise im obersten Preissegment liegen und da oder dort Handicap-Limiten gelten. Hier sind die ersten zehn der besten 100 Plätze auf der Welt.

  1. Royal County Down GC (Championship), Nordirland

Design: Old Tom Morris / Harry S. Colt / Donald Steel

Der Platz im kleinen Städtchen Newcastle hat trotz seines Alters keine Patina angesetzt. Der  epische Klassiker führt durch eine gigantische, 5000 Jahre alte Dünenlandschaft, ist immer perfekt gepflegt, aber auch sehr schwierig zu spielen. Der Starter weist einen die „richtigen“ Tees zu und erfahrene Caddies sind ist bei den blinden Schlägen und den extrem schnellen Greens jeden Penny wert.

www.royalcountydown.org

  1. Royal Dornoch GC (Championship), Schottland

Design: Old Tom Morris

In Dornoch wird bereits seit 1616 Golf gespielt, das jetzige Layout stammt aber aus dem Jahr 1866. Hier war Donald Ross einst Clubpro und Keeper of the Greens, bevor er in die USA auswanderte und zu einem der berühmtesten Course Designer wurde. Der wundervoll gelegene Platz ist wegen der abgeschiedenen Lage noch immer ein bisschen Geheimtipp geblieben.

www.royaldornoch.com

  1. Royal Melbourne GC (West Course), Australien

Design: Alister McKenzie / Alex Russell

Royal Melbourne verfügt über zwei 18-Lochplätze (West und East), die beide unter den Top100 der Welt rangieren. Der 1891 gegründete Club ist zwar Privat und hat sehr strikte Kleidervorschriften, aber Golfreisende aus Übersee können nach Voranmeldung und unter gewissen Auflagen an Wochentagen spielen (siehe Webseite).

www.royalmelbourne.com.au

  1. Muirfield GC, Schottland

Design: Old Tom Morris / Harry Colt

Der offizielle Name des 1744 gegründeten Clubs (damals spielte man noch in Musselburgh) verrät es schon: The Honourable Company of Edinburgh Golfers ist ein sehr exklusiver Verein und lässt sich nicht einmal gerne von der immer etwas angriffig wirkenden Mrs Nicola Sturgeon reinreden. Bis 2017 waren im Club keine Ladies als Members willkommen und erst die Androhung der R&A den Platz aus der Open Championship Rotation zu streichen, bewog die Gentlemen zum Umdenken. Gäste sind nur an zwei Wochentagen und auf Voranmeldung willkommen. Der Platz ist ein Golfmonument und etwas Extra Effort lohnt sich für Fans von Klassikern.

www.muirfield.org.uk

  1. St. Andrews (Old)

Design: — / Old Tom Morris

Der wahrscheinlich älteste, sicher aber berühmteste Platz hat eine nicht nur lange, sondern auch interessante Geschichte. Hier entdeckte zum Beispiel Old Tom Morris durch Zufall die Vorteile des Topdressings (er verschüttete aus Versehen eine Schubkarre Sand auf einem Green). Viele Besucher sind vom ersten Eindruck oft enttäuscht, denn der Course ist fast völlig flach und wirkt gar nicht so aufregend. Doch wer die „Old Lady“ einmal gespielt hat, wird seine Meinung rasch ändern. Markenzeichen sind die sieben, teils riesigen Doppelgreens, die vielen, aus der Distanz manchmal unsichtbaren Bunker und natürlich das legendäre Road Hole, das vielleicht schwierigste Par 4 der Welt.

www.standrews.com/play/courses/old-course

  1. Tara Iti GC, Neuseeland

Design: Tom Doak

Der erste „moderne“ Course unter den Top10 ist das Werk des aktuell gefragtesten Golfarchitekten. Doak hat sich schon mit Plätzen wie Cape Kidnappers (Nr. 17) oder Barnbougle Dunes (2014 Nr. 11) einen Namen gemacht und dass Tara Iti schon zwei Jahre nach seiner Eröffnung zu einem der weltweit allerbesten Courses gekürt wurde, ist deshalb keine Überraschung. Die äussert exklusive Anlage empfängt zwar Besucher, aber nur nach einem rigorosen Auswahlprozedere. Man muss sich bewerben, benötigt eine Empfehlung des Heimclubs und eine Übernachtung in zwingend. Der ganze „Spass“ kostet ca. 2‘500 NZ$ pro Person und dafür gibt’s anderswo eine ganze Menge tolles Golf…

www.taraiti.com

  1. Royal Portrush GC (Dunluce Course), Nordirland

Design: Harry S. Colt

Der einzige Platz ausserhalb von Schottland und England, auf dem je eine Open Championship ausgetragen wurde (1951) und 2019 wird das prestigeträchtige Turnier wieder auf dem Dunluce ausgetragen. Gegründet wurde der Club 1888 und heisst trotz seinem hohen Renommee alle Besucher mit der typisch irischen Gastfreundschaft willkommen. Die erreicht allerdings bei den Greenfees ihre Grenzen: Bei £ 205.- in der Hochsaison kann man nur hoffen, einen regen- und windfreien Tag zu erwischen.
www.royalportrushgolfclub.com

 

  1. Shanqin Bay GC, Hainan, China

Design: Bill Core & Ben Crenshaw

Wie es dieser Platz auf die Liste geschafft hat ist ein Rätsel. Der hoch über der Küste des Südchinesischen Meeres gelegene Course soll fantastisch sein, ist aber wohl eine der allerexklusivsten Adressen weltweit. Der Club hat weniger als 50 Mitglieder (bei einem Eintrittsbetrag von einer Million Dollar nicht überraschend) und es ist kaum vorstellbar, dass mehr als eine Handvoll meiner Kollegen und Mitbewertenden dort gespielt hat.

www.shanqinbay.com

  1. Cabot Links (Cliffs Course), Nova Scotia, Kanada

Design: Bill Core & Ben Crenshaw

Hier gilt wohl tatsächlich das geflügelte Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“. Die Anreise führt über den Airport von Halifax und von dort steht immer noch eine rund dreistündige Autofahrt an. Zumindest können sich die Besucher nach der langen Reise an zwei Weltklasseplätzen und der wild-malerischen Szenerie erfreuen. Gehörig die Beine vertreten ist auch inbegriffen, denn der Cabot Cliffs und auch sein Bruder, der Cabot Links (Nr. 43) sind „walking only courses“.

www.cabotlinks.com

  1. Trump Turnberry (Ailsa Course), Schottland

Design: Mackenzie Ross / Martin Ebert & Tom MacKenzie

Der amtierende POTUS ist ja beileibe nicht als guter Zuhörer bekannt, doch beim Umbau des legendären Platzes in Ayrshire hatte er sich auf die Empfehlungen der R&A verlassen. 2009 wurden die Architekten Ebert und MacKenzie mit der schwierigen Aufgabe betraut, dieser Ikone ein Facelift zu verpassen. Dabei wurden einige Abschläge und Greens verlegt und vor allem das als unfair verschriene alte 9. Loch (ein Par 4 mit einem auf beide Seiten abfallenden Fairway) in ein tolles Par 3 umgebaut. Das Resultat der Arbeiten ist sehr überzeugend und der Ailsa gehört nun zu Recht wieder zu den besten Plätzen der Welt.

www.turnberry.co.uk

Text: Peter Hodel
Quelle: Golf Digest

Foto: Peter Hodel

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