Die verhängnisvolle Ecke
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Er ist wieder da!
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Die ASG mit neuen Gesichtern und einer Kehrtwende

Das passt! Frischer Wind in der ASG

Am 17. März fand die mit Spannung erwartete Delegiertenversammlung der ASG statt und da standen ein paar heikle Themen zur Diskussion:

  • die seit Mitte letzten Jahres herrschenden Quereleien zwischen dem Verband und den beiden Organisationen clubfreier GolferInnen (ASGI und ASG GolfCard Migros) über die künftige Ausgabe der Spiellizenzen
  • ein Misstrauensantrag von einigen Westschweizer Clubs unter Führung von Yves Hostettler (Clubpräsident des GC Lausanne) gegen den Vorstand bzw. dessen in den letzten Monaten gefahrenen Strategie. Dieser Antrag verlangte auch nach dem Rücktritt der mit dem Dossier „Public Golf“ betrauten Raphael Weibel, Luca Allidi und Linus Dermont
  • die Frage der Nachfolge für den gesundheitlich angeschlagenen Jean Marc Mommer. Der im Vorfeld ins Spiel gebrachte Raphael Weibel hatte seine Kandidatur vor der DV zurückgezogen um, wie er zu Protokoll gab, „den Weg für jemanden frei zu machen, der eine klare Mehrheit auf sich vereinigen könne“
  • die Höhe der an den Verband abzulieferenden Mitgliederbeiträge an den Verband. Bis 2015 waren das 65 Franken pro SpielerIn. Für die Umsetzung der 2016 gestarteten Kampagne „Golf it’s magic“ wurde der Beitrag um 20 Franken erhöht und der Golfclub Le Bois hatte den Antrag gestellt, dies wieder abzuschaffen

Zieht man all das in Betracht, schien im Vorfeld also eine veritable Palastrevolution anzustehen. Doch dann kam alles anders: Reto Bieler wurde als neuer Kandidat für das Präsidentenamt vorgeschlagen. Der 65jährige Zürcher hatte war vier Jahre im ASG-Vorstand für die Bereiche Course Rating und Handicapping zuständig, hatte aber 2017 seinen Rücktritt angekündigt, weil er mit der geplanten Vereinnahmung der clubfreien GolferInnen nicht einverstanden war.

Der langjährige Captain des Golfclubs Breitenloo konnte das Wahlgremium überzeugen, wurde ohne Gegenstimmen ins Amt gewählt und sprach sich für eine deutliche Kehrwende in der Verbandspolitik aus. So soll es unter seiner Ägide keine eigene (exklusive) Public-Golf-Karte und keine Subventionen für finanziell weniger gut gestellt Clubs geben. Bieler kündigte stattdessen neue Verhandlungen mit den beiden Public-Golf Organisationen an, mit denen eine auf Fairness und Respekt basierende Partnerschaft aufgebaut werden soll. Zudem will er auch das vorherrschende Ungleichgewicht bei der Stimmenverteilung an der DV korrigieren, denn da besteht seit langem ein Missverhältnis: 600 Delegiertenstimmen entfallen auf die Clubs und sie vertreten 60 Prozent Golfende, die Clubfreien (40 Prozent der aktiven Golferinnen und Golfer in der Schweiz) sind dagegen mit gerade mal 2 Stimmen repräsentiert. Der Antrag des GC Les Bois wurde zwar zurückgezogen (die Mitgliedergebühren für die ASG bleiben damit bei 80 Franken), doch der neue Präsident scheint von der Wirksamkeit von „Golf it’s magic“ nicht sehr überzeugt zu sein und schliesst einen Stopp der Kampagne nicht aus.

Auch wenn noch einige Arbeit auf den neuen Präsidenten und seine Crew (darunter die neu gewählten Olivia Stoffel, Jean-Marc Groh, René Misteli und Markus Frank) wartet, es weht ein frischer Wind in der ASG und das ist seit langem die beste Nachricht für die Golfszene Schweiz.

Ein Interview von GOLFSUISSE mit Reto Bieler finden Sie hier:

http://www.golfsuisse.ch/public/amateurnews.cfm?objectid=4206

Text: Peter Hodel
Foto: Chevy Chase Country Club

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