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Der grosse Crash

was ist da bloss passiert...

Kommt Ihnen die Situation vertraut vor: Sie haben sich gut aufgewärmt und spielen die ersten paar Löcher im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, oder sogar besser. Doch ganz plötzlich gerät Sand ins Getriebe, ein Drive fliegt ins Wasser, der zweite Schlag ist getoppt, dann noch ein verkorkster Chip und Putt und so weiter…

Frage: Wie erfrischend war das Gatorade oder die Coke vor dem Start? Hat Ihnen der Marsriegel oder der Bagel den gewünschten Energieschub gegeben? Es ist kein Wunder, dass sich die Golfrunde immer mehr wie Arbeit in einem Holzfällercamp anfühlt, es ist Wissenschaft. Ihr Körper versucht verzweifelt Kontrolle über sich zurück zu gewinnen, nachdem Sie eine Zuckerbombe im  Blutkreislauf gezündet haben.

Zuerst ist Ihr Glukoseniveau hochgeschossen. Das trat vermutlich ungefähr 30 Minuten nach dem ersten Abschlag ein. Dann, um die Menge des Zuckers in Ihrem Blutstrom nach unten zu holen, schüttete Ihr Körper Insulin aus und damit kamen all jene körperlichen Effekte, die gerade zu Ihrem dritten Doppelbogey führten. Zudem führte der erhöhte Insulinspiegel auch zur Freigabe des Stresshormons Cortisol, das Flucht-oder Kampfreaktionen auslöst. Wenn der Überlebensmechanismus des Körpers einsetzt, können die komplizierten und komplexen Bewegungen eines Golfschwungs nur sehr schwer kontrolliert werden.

Der Einfluss von Essen und Trinken auf die Leistungsfähigkeit beim Golfspiel ist zwar wissenschaftlich noch nicht restlos geklärt, aber Dr. Ara Suppiah (Mannschaftarzt für das US Ryder Cup Team 2016) machte eine Versuchsreihe mit Spitzengolfern wie Henrik Stenson,  Gary Woodland und anderen, bei der ihr Blutzuckerspiegel während dem Spiel überwacht wurde. Dabei nahm er alle vier Löcher Messungen vor und fand große Abweichungen in der Art wie der Systemabsturz auftrat und wie lange er anhielt. Übereinstimmend zeigten aber alle Spieler Nebenwirkungen; sie alle berichteten, dass sie sich träge fühlten und darum kämpfen mussten, die Konzentration zu halten.

Dr. Suppiahs wichtigster Rat ist innezuhalten und nachzudenken, bevor Sie vor oder während einer Runde essen oder trinken. Das heißt nicht, dass Sie Kalorien vermeiden sollen; im Gegenteil, Sie müssen etwas in Ihr System zu bekommen oder die Müdigkeit wird einsetzen. Aber: Nehmen Sie keine stark zuckerhaltigen Sachen zu sich. Idealerweise wollen Sie Ihren Blutzuckerspiegel nicht über 120 (Milligramm / Deziliter Blut) erhöhen, eine gute Bandbreite wäre zwischen 65 und 85.

Vermeiden Sie also zuckerhaltige Lebensmittel und einige Dinge könnten Sie überraschen: Einfache Weißmehlprodukte wie Bagels, Bretzel und Sandwichbrot können leicht eine Reaktion auslösen. Auch scheinbar gesunde Snacks wie Rosinen und Trauben sollten vermieden werden. Ein oranges Gatorade hat einen Glykämischen Index (GI) von 89, nicht weit weg von Tafelzucker! Der GI ist allerdings nur Teil der Geschichte, einige Nahrungsmittel wie Wassermelonen haben auch einen hohen GI (72), aber Sie müssten eine sehr grosse Portion essen, um den Zuckerspiegel hochzujagen.

Eine Möglichkeit den Nebenwirkungen von hochglykämischen Lebensmitteln zu begegnen besteht darin, sie mit fetthaltigen Produkten zu kombinieren, das mildert die Insulinreaktion. Wenn Sie zum Beispiel ein unstillbares Verlangen nach einer Cola haben, kombinieren sie diese mit einem Burger. Eine einfache Eselsbrücke zu besserer Verpflegung während einer Golfrunde: Wenn die Gesamteinheit von Proteinen, Fetten und Faseranteilen höher als die Kohlenhydrat-Einheiten sind, bewegen Sie sich auf sicherem Boden.

Spüren Sie während einer Runde trotzdem ein „Zuckerhoch“ kommen, essen Sie einen kleinen Imbiss, z.B. eine Banane, einen Protein- oder Energie-Riegel. Es erscheint Ihnen vielleicht kontraproduktiv noch mehr zu essen, wird aber helfen die Auswirkungen des zu hohen Blutzuckers aufzuhalten.

Weitere Snack-Vorschläge gut kombinierbar mit einem Stück Brot /50g:

1 gekochtes Ei, 30g Käse, 30g Pumpernickel, 15g Nüsse, 150g Gemüsesticks

Die wichtigste Empfehlung für einen erfolgreichen Tag (nicht nur beim Golfspielen), ist aber ein ausgewogenes Frühstück, z.B.:

– Müesli (4 Esslöffel Flocken, 1 Naturjoghurt, 150g Früchte, 15g Nüsse)
– 2 Scheiben dunkles Brot à 50g mit Käse und Schinken je 30g
– Rührei (2 Eier) und 30g Schinken, 50g Brot

Ohne diese Basis, die für etwa vier Stunden „Boden legt“, hilft auch der gesündeste Snack während der Runde nichts mehr.

Text: Peter Hodel
Quelle: Golf Digest

Mit freundlicher Unterstützung von: Luisa Meier, Gesundheitscoach Thermalbad Zurzach und Andrea Baumgartner, Ernährungsberaterin Spa Medical Wellness Center Zurzach

1 Kommentar

  1. Marion Egli sagt:

    An Stelle der Länge des Platzes, wäre es sinnvoller die Handicaps anzuschreiben. An Stelle rot 36-26, blau 25-20, gelb 19-12 oder ähnlich. In Kalifornien habe ich das so erlebt und es funktioniert.

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