Golfszene Schweiz
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Das schwierigste Dutzend (Teil 1)

Oakmont zählt zu den schwierigsten Plätzen der Welt

Sich mit Lee Marvin und seinen Kumpanen anzulegen ist deren Kontrahenten im Film „Das dreckige Dutzend“ nicht gut bekommen und ähnliches kann einen auf den schwierigsten zwölf Golfplätzen auf unserem Planeten widerfahren.

Als sehr anspruchsvoll gelten Schwergewichte wie Pine Valley, Cypress Point, Oakmont oder Augusta, weil diese Scorekarten-Terminatoren aber nur von Mitgliedern und einigen handverlesenen, geladenen Besuchern gespielt werden können, umfasst die folgende Liste ausschliesslich Public Courses.

#12    TPC Sawgrass, Ponte Vedra Beach, Florida

Hier versammeln sich jedes Jahr die Topspieler der Welt zur Players Championship und Pete Dye soll über den Platz einmal gesagt haben, „ich will die Jungs zum Nachdenken bringen, dann geraten sie in Schwierigkeiten.“ Diese Worte allein wären schon zum Fürchten, aber das 17. Loch würden die meisten Pros wahrscheinlich am liebsten im nahgelegenen Atlantik versenken. An diesem kurzen Par 3 wurden schon zweistellige Scores verbucht. Rekordhalter ist Bob Tway, ein alter Haudegen der 1986 die PGA Championship gewann und 2005 in der dritten Runde an dieser nur rund 130 Meter langen Bahn 12 Schläge benötigte.
6574 Meter, Course Rating 76.4 / Slope Rating 155

#11    Royal Portrush GC (Dunluce), Portrush, Nordirland

Im Juli 2019 wird die Open Championship zum zweiten Mal auf diesem von Harry S. Colt gebauten Klasseplatz ausgetragen. 1951 gewann Max Faulkner mit zwei Schlägen Vorsprung auf Antonio Cerdá aus Argentinien. Die beiden blieben als einzige unter Par und dass selbst Klassespieler wie Peter Thomson (fünfmal Open Champion) und Bobby Locke +5 spielten, ist ein Hinweis darauf, wie schwierig der Dunluce an der windigen Küste auch in diesem Jahr zu meistern sein wird, insbesondere, weil letztes Jahr noch ein paar Löcher gestreckt wurden.
6658 Meter, CR 74.6 / SR 137

#10    Royal County Down GC (Championship), Newcastle, Nordirland

Der nur 150 Kilometer von Portrush entfernte Linkscourse ist einer der schönsten und besten  der Welt. Zitat des grossen Golfjournalisten Bernard Darwin: „Die Art von Golf, die Leute in ihren wildesten Träumen spielen.“ Mit einer ganzen Anzahl von blinden Schlägen, 129 Bunkern und vor allem äusserst schnellen Greens zählt RCD aber auch zu den schwierigsten Plätzen. Nirgendwo sonst sind die Dienste eines erfahrenen Caddies mehr zu empfehlen, als auf diesem „Beautyful Beast“ von Old Tom Morris, das später von Harry Vardon und Harry Colt etwas umgestaltet wurde.
6539 Meter, CR 75.4 / SR 142

#9      Île aux Cerfs Golf Club, Beau Champ, Mauritius

Der von Bernhard Langer designte Platz auf einer Insel hiess früher Le Touessrok und ist mit Meerblicken an allen 18 Löchern wunderschön. Markenzeichen sind die teils engen Fairways – ungenaue Schläge landen zwangsläufig in den Mangrovensümpfen – und relativ kleine Greens. Mit teilweise langen Carries vom Tee zum Fairway oder von Fairways zu Greens kann er aber auch zur letzten Grabstätte für ein paar Bälle werden. Mit dem Umbau im Jahr 2013 wurde zwar den Ansprüchen von Feriengolfern etwas entgegen gekommen, aber eine Herausforderung erster Güte ist er immer noch.
6469 Meter, CR 75,1 / SR 155

#8      Cape Kidnappers, Hawke’s Bay, Neuseeland

Der Platz thront hoch oben über dem Pazifik und auf den Frontnine hat Designer Tom Doak das naturgegebene Gelände für die Fairways genutzt. Die vielen kreuz und quer verlaufenden  Wellen verpassen den Bällen oft unerwartete Seitensprünge ins Rough oder einen der tiefen Greenbunker. So richtig dramatisch wird es dann auf den Backnine. Die Spielbahnen werden links und rechts von tiefen Klüften begrenzt und einige Greens und Tees balancieren gefährlich nahe an den 150 Meter hohen Klippen. Was die Szenerie angeht gibt es wohl keinen aufregenderen Platz auf der Welt, doch die windanfällige Lage macht ihn auch zu einem der schwierigsten.
6503 Meter, CR 75.4 / SR 145

#7      Pinehurst (Nr. 2), Pinehurst, North Carolina

Der Par 70 Platz von Donald Ross wurde 1907 fertiggestellt und rasch zu einem Magneten für Golffreunde aus aller Welt. Ross meinte zwar, es sei der fairste Test eines Championship Courses den er je gebaut habe, doch zu den schwierigsten gehört er auch. Typisch für den von Bill Coore und Ben Crenshaw 2011 wieder in den ursprünglichen Zustand rückgebauten Parcours sind die erhöhten, nach allen Seiten abfallen Greens und die riesigen Waste Areas mit Sand, Grasbüscheln und Kiefernnadeln. Hier wurde ein Stück Golfgeschichte wieder lebendig.
6905 Meter, CR 76.5 /SR 138

Anmerkung: Alle Angaben zu Platzlängen, CR und SR gelten für die hintersten Abschläge

Den zweiten Teil der schwierigsten Zwölf präsentieren wir Ihnen im nächsten Newsletter. Sie dürfen ja inzwischen schon etwas spekulieren, wer die Nase vorne hat.

Text: Peter Hodel
Fotos: USGA/John Mummert, Chris Condon/Getty, William Watt, Stephen Szurlej, Golf Advisor, Peter Hodel, Pinehurst Resort

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