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Das Golfurlaubsland gleich nebenan

Ein Besuch im nahe gelegenen Vorarlberg lohnt sich – nicht nur, aber ganz besonders für Golf­spielerinnen und Golfspieler, wie sich in Teil 1 unserer Reise ins «Ländle» zeigt. Davon konnte sich das Team von Golf&Country im Rahmen eines Kurzbesuches im Westen Österreichs im vergangenen Sommer gleich selber überzeugen.

«Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah…» Zugegeben, dieser Spruch ist mittlerweile doch schon reichlich abgedroschen. Trotzdem: Wie so oft beruht auch dieses Sprichwort irgendwo auf einem wahren Kern. Zum Beispiel dann, wenn man bloss ein paar Meter über die Grenze in Richtung Vorarlberg blickt. Denn nah ist das zweitkleinste Bundesland Österreichs ohne Zweifel.

Gerade einmal ein bisschen länger als eine Stunde dauert die Anreise von Zürich aus. Gutes hat Vorarlberg so einiges zu bieten, wie wir bei unserem Kurzbesuch feststellen durften. Nicht zuletzt etwa die so gänzlich unterschiedlichen Golfwelten, die hier auf kleinstem Raum aufeinandertreffen.

DAS GOLFSURLAUBSLAND

Nicht weniger als sieben Golfanlagen in einem Umkreis von gerade einmal 90 Kilometer warten in Vorarlberg. Sieben Plätze, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vom langgezogenen, flachen, mit diversen Wasserhindernissen ver­sehenen Par-71-Kurs bis hin zu einer alpinen Par-65-Anlage mit Traum-Bergpanorama. Kein Wunder also, dass die Tourismusverantwortlichen Vorarlberg gerne als «Golfurlaubsland» anpreisen und damit ganz und gar nicht übertreiben. Doch der Reihe nach.

Bei unserem Besuch waren wir im Schlosshotel Dörflinger in Bludenz untergebracht. Schon wenige Kilometer hinter der Grenze ist die österreichische Gastfreundschaft spürbar. Sei dies im traditionellen, erst kürzlich renovierten Hotel über den Dächern von Bludenz oder aber im knapp 15 000 Einwohner zählenden Städtchen selbst mit seiner einladenden Altstadt.

Wer ein bisschen mehr über die Geschichte von Bludenz erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle wärmstens eine sogenannte Nachtwächter-Stadtführung mit Werner Hämmerle ans Herz gelegt. Was der Kirchenraumpädagoge, Stadt- und Museumsführer und Ur-Bludenzer alles zu berichten weiss, ist gleichermassen eindrücklich wie unterhaltsam.

Auch im nahegelegenen Brandnertal wird man liebevoll empfangen und über all die Wander-, Bike- und anderen Ausflugsmöglichkeiten informiert.

«…FLACH KANN JEDER»

Doch eigentlich sollte unser Besuch ja in erster Linie dem Golfurlaubsland Vorarlberg gewidmet sein. Drei Plätze waren während der Kurzvisite eingeplant. Die Par-71-Anlage im Golfpark Rankweil sozusagen gleich unmittelbar hinter der Schweizer Grenze, eine Runde auf dem Par-68-Platz des Golfclubs Bludenz-Braz sowie ein Abstecher ins Brandnertal auf den Par-65-Platz des Golfclubs Brand, der mit dem verheissungsvollen Slogan «…flach kann jeder» für seine Alpin-Golf-Anlage wirbt.

Den Anfang machen wir im Golfclub Montfort-Rankweil. Was hier zuallererst ins Auge sticht, ist das neugestaltete Clubhaus mit traumhafter, öffentlicher Restaurant-Terrasse. Ein wahrer Augenschmaus. Sehen lassen kann sich derweil aber auch der Golfplatz. Über 5622 Meter (von den gelben Abschlägen) erstreckt sich die Anlage in harmonischer Landschaftsgestaltung mit leichten Modellierungen auf einer ansonsten ziemlich ebenen Fläche. Schwierigkeiten von unebenem Stand kommen hier keine ins Spiel. Dafür kann das eine oder andere Wasserhindernis für vorübergehendes Kopfzerbrechen sorgen.

VERSCHIEDENE GOLFWELTEN
Weiter geht die Vorarlberger Golfreise zum Golfclub Bludenz-Braz, wo die Welt – zumindest die golferische – aber mal so komplett anders aussieht als noch im bloss ein paar Kilometer entfernten Rankweil. Etappenweise geht es hier mit Blick auf die eindrucksvolle Berglandschaft in die Höhe. Diese Golfanlage sollte man besser ein paar Mal gespielt haben, bis man sich ehrgeizig auf ein tiefes Score konzentriert.

Glücklich ist, wer hier wie wir einen ortskundigen Flight-Partner an seiner Seite hat. Nochmals herzlichen Dank, lieber Fritz, für die vielen wertvollen Tipps! Das Spiel auf der alpinen Par-68-Anlage macht zu jeder Zeit grossen Spass. Sie ist sehr abwechslungsreich und die traumhafte Bergkulisse, welche die gesamte Anlage so wunderschön umgibt, ist schon etwas ganz Besonderes.

VIELE GUTE GRÜNDE
Eindrückliche Naturerlebnisse und den ganz besonderen Charme von Alpin Golf verspricht auch der Besuch im Golfclub Brand. 4050 Meter (von den gelben Abschlägen) muten bei der Par-65-Golfanlage auf dem Papier nicht allzu ­anstrengend an. Aber das alpine Gelände auf 1000 Metern See­höhe hat es durchaus in sich. Man wundert sich hier, wie der Architekt Diethard Fahrenleitner es geschafft hat, in dieses kleinräumige, alpine Gelände fast gänzlich flache Fairways einzufügen. Dies wurde mit Hangterrassen gelöst, die jederzeit den Blick auf die eindrucksvoll nahen 3000er freigeben. Wie sagt der Slogan des Clubs: Flach kann jeder…

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