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Challenge Tour: Kein Aufstieg für Girrbach und Iten

Joel Girrbach und Marco Iten: Gute Ergebnisse, aber kein Grosserfolg

Am ersten Novemberwochenende stand im Al Hamra Golf Club in den Vereinigten Arabischen Emiraten das grosse Saisonfinale der European Challenge Tour an und mit von der Partie waren auch Joel Girrbach und Marco Iten. Beide durften sich noch – wenn auch geringe – Hoffnungen auf einen der begehrten ersten fünfzehn Plätze in der Jahreswertung machen. Damit hätten sie im nächsten Jahr die volle Spielberechtigung an der European Tour erhalten.

Girrbach hatte in der laufenden Saison einige Spitzenergebnisse abgeliefert: 8. an der Open de Portugal, 6. bei der Rolex Trophy in Genève, zwei 2. Plätze am Hopps Open de Provence und an der Prague Golf Challenge, doch beim „Schluss-Loop“ mit den zwei Turnieren in China und eben dem Saisonfinale in den UAE (an allen drei Anlässen ging es um das doppelte Preisgeld) rollte der Ball für den Thurgauer nicht wie erhofft. Ein 37. Platz an der Hainan Open und ein 42. an der Foshan Open, das brachte zu wenig Punkte und auch der Auftakt am Persischen Golf misslang ihm mit einer 74er Runde leider deutlich (nur vier Spieler aus dem Feld von 45 Angetretenen erzielten noch höhere Scores). In der zweiten Runde machte Girrbach zwar mit einer 66 (dem besten Score des zweiten Tages) Boden gut, aber der Abstand auf die Führenden war eben schon recht gross. Zum Schluss landete er auf dem geteilten 10. Platz, sicher ein Achtungserfolg, es fehlten aber fast 16‘000 Euro Preisgeld für den direkten Aufstieg in die oberste Liga.

Marco Iten hatte bisher zwei Top10 Platzierungen (4. bei der Vandreuil Golf Challenge und 2. an der Monoghan Irish Challenge) auf dem Konto und für ihn war die Qualifikation für die grosse Tour am Finalturnier noch schwieriger. Der 13. Rang bedeutete zwar sein drittbestes Ergebnis in diesem Jahr, doch dem Zürcher fehlten in der Endabrechnung fast 30‘000 Euro.

Leaderboard: http://www.europeantour.com/challengetour/season=2018/tournamentid=2018776/leaderboard/index.html?showLeaderboard=Y#/results

Order of Merit: http://www.europeantour.com/challengetour/rankings/challengetourrankings/index.html

Girrbach und Iten werden wohl 2019 an einzelnen Turnieren, z.B. dem European Masters in Crans, mitspielen bzw. eingeladen werden, doch es bleibt dabei: Die European Tour wird leider auch 2019 ohne permanente Schweizer Beteiligung stattfinden und wir warten nunmehr seit fast 20 Jahren – als André Bossert und Paolo Quirici wenigstens teilweise mithalten konnten – auf Spieler (und Spielerinnen), die auf der grossen Bühne erscheinen. Das ist eine sehr bescheidene Bilanz, die Fragen aufwirft. Läuft da irgendetwas bei der Förderung der sicher vorhandenen Talente schief? Und stimmt die Art und Weise der Vermarktung und Entschädigung für den grossen Aufwand, den Schweizer Pros – und natürlich auch Proetten – betreiben? Dazu nur ein Beispiel: Der Schweizer Ruderverband hat (Stand 2016) gerade einmal 11‘554 Mitglieder und doch können die WassersportlerInnen seit Jahren immer wieder grosse Erfolge an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften verzeichnen. Der wesentlich grössere Golfverband mit fast 90‘000 Mitgliedern tritt hingegen – von guten Ergebnissen bei Amateuranlässen einmal abgesehen – seit Jahren auf der Stelle.

Text: Peter Hodel
Fotos: Getty Images

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