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U.S. Open Championship 2017: Eine neue Herausforderung

Am 15. Juni 2017 versammeln sich die besten Spieler der Welt zu einem der ganz grossen Anlässe des Golfsports. Die 117. U.S. Open wurden nach Erin Hills in Wisconsin vergeben, einen Platz, der vor gerade mal elf Jahren eröffnet wurde. Die 1894 gegründete United States Golf Association hat sich also – zum zweiten Mal nach 2015 in Chambers Bay – für einen „Neuling“ als Austragungsort des zweitältesten Majors entschieden. Erin Hills ist zudem auch einer von nur sechs Public Courses (neben Torrey Pines, Pinehurst Nr. 2, Bethpage Black, Pebble Beach und eben Chambers Bay), die bisher dieses Traditionsturnier beherbergten. Die Strategie der USGA ist, das Spiel vermehrt auch in Regionen und Bevölkerungsgruppen zu tragen, die nichts mit den vornehmen, abgeschotteten Country Clubs gemein haben.

Erin Hills hat aber in seiner kurzen Geschichte schon einige Schrammen abbekommen: Das Vorhaben nahm im Jahr 2000 seinen Anfang, als sich der lokale Geschäftsmann Bob Lang in den Kopf setzte, den längsten Golfplatz der Welt zu bauen. Die Designer Mike Hurdzan, Dana Fry und Ron Whitten stellten sich der Herausforderung, auf dem einst von gewaltigen Gletschern geformten Gelände einen Platz zu entwerfen – und Mr. Lang von einigen seiner Ideen abzubringen. Doch der Geldgeber setzte sich mehrheitlich durch, legte auch selber Hand beim Bau an – unter anderen kreierte er zusätzliche Bunker (ohne Rücksprache mit dem erfahrenen Designteam) – und Black Tees, von denen der Course fast unglaubliche 8000 Meter mass. Erst als man ihn darauf hinwies, dass somit Rundenzeiten von sechs Stunden zu erwarten seien, gab der Investor etwas nach. Dennoch ist der Platz mit 7596 Metern immer noch extrem lang und an der U.S. Open wird von weiter vorne (knapp über 7000 Meter) gespielt werden.

Weil der Veranstalter an diesem Turnier immer zwei fiese Streifen Rough einbaut – einen „First“ und einen „Second Cut“ – werden sich Dustin, Rory und andere aber nicht allein auf ihre überlegene Länge verlassen können. Präzision wird einmal mehr den Ausschlag geben, auch angesichts rund 130 meist diabolisch gestalteten Bunkern. Erschwerend kommt noch dazu, dass bisher nur wenige Spieler wie zum Beispiel Jordan Spieth (er spielte der Platz im Rahmen der U.S. Amateurmeisterschaften 2011) den sehr hügeligen Parcours kennen, auf dem auch einige halbblinde Schläge gemeistert werden müssen. Ein lokaler Caddie gab denn anlässlich einer Medienveranstaltung auch zu Protokoll: „Ich setze auf einen jungen, fitten Spieler, denn der Platz mit seinen vielen Aufstiegen und Schräglagen verlangt konditionell alles ab.“

Die besten Karten haben gemäss den Buchmachern zwar Dustin Johnson (Sieger 2016 und Zweiter 2015), Rory McIlroy, Jordan Spieth, Jason Day und Justin Rose. Prognosen sind aber gerade bei Majors notorisch unzuverlässig, wer hätte schon auf Henrik Stenson an der letztjährigen Open Championship in Troon oder Sergio Garcia am Masters 2017 getippt…? Der heimliche Star dürfte dagegen sicher der Links-ähnlich gestaltete Platz unweit von Milwaukee werden.

Hier einige Bilder von Erin Hills:

www.youtube.com/watch?v=Roj0pv5XsiE

Text: Peter Hodel
Foto: Jeff Ritter

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