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„The Phantom of the Open“

Die Autoren erzählen unterhaltsam-amüsant die wahre Geschichte von Maurice Flitcroft, des schlechtesten Golfers der je an einer Open (British Open) Qualifikation teilgenommen hat.

Flitcroft, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem berühmten Komiker Marty Feldman hatte, arbeitete als Kranführer im nordenglischen Hafen Barrow-in Furness. In jüngeren Jahren hatte er sich als Komiker, Sänger und auch als Mitglied einer Showtruppe versucht, die waghalsige Sprünge von einem Gerüst in einen Wassertank vollführte. 1974 wurde Maurice im Alter von 45 Jahren vom Golfvirus befallen, nachdem er im Fernsehen eine Übertragung der (Picadilly) World Matchplay Championship verfolgt hatte. Da er sich für ein natürliches Talent in allen Sportarten hielt, entschloss er sich, die Open Championship gewinnen…

Als Vorbereitung für das Vorhaben bestellte Flitcroft von einem Versandhaus ein Schlägerset, holte aus der lokalen Bibliothek ein Handbuch mit Golfinstruktionen und begann sich auf einem Sandstrand das Spiel beizubringen. Ohne je eine einzige 18-Lochrunde gespielt zu haben, meldete sich der selbsternannte Golfprofi für die Qualifikation zur Open Championship 1976 an. Zu jener Zeit schien man bei der R&A (Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews) noch auf das Wort eines Gentlemans zu vertrauen und so erhielt der Kranführer einen Startplatz in einem der fünf Qualifikationsturniere.

Maurice Flitcroft retournierte im Formby Golf Club eine Scorekarte mit 121 Schlägen. An der siebten Bahn, einem 453 Meter langen Par 5, hatte sein Marker 12 (?) notiert. Enttäuscht, aber nicht entmutigt, beschloss er den grossen Durchbruch auf ein anderes Jahr zu verschieben. Aber Flitcroft hatte die Rechnung ohne die R&A gemacht. Die Sittenwächter in St. Andrews fühlten sich erniedrigt, ihr Turnier ins lächerliche gezogen und beschlossen den unverschämten Hacker auf Lebenszeit vom Golfsport zu verbannen.

Die Rechnung ging allerdings nur halbwegs auf, denn Flitcroft begann einen jahrelangen Kleinkrieg gegen die Offiziellen, die ihm sein Recht auf Geld, Glanz und Gloria streitig machten und fand immer wieder Wege, die nun strenger werdenden Kontrollen bei den Anmeldungen zu umgehen.

Das Buch ist leider nur in englischer Sprache erhältlich, eignet sich aber auch für LeserInnen ohne perfekte Englischkenntnisse.

 

„The Phantom of the Open“
Maurice Flitcroft  – the World’s Worst Golfer
Scott Murray & Simon Farnaby
Yellow Jersey Press
ISBN 978-0-224-08317-1

9. November 2016

Buchtipp für die golffreien Abende

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