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The Himalayas Putting Green

St. Andrews, Schottland: Wenn ich das nur schon höre, fühle ich ein Kribbeln in den Händen und vielen von Ihnen dürfte es ähnlich ergehen. Eine Destination der Superlative mit insgesamt 132 Spielbahnen und in nächster Nähe mit Crail (Balcomie und Craighead), Kingsbarns, The Dukes, St. Andrews Bay (Torrance und Kittocks Course) oder auch Scotscraig noch mehr tolle Plätze.

Wie aber kommt man auf die Zahl 132? Die sechs 18-Lochplätze und der 6-Loch Balcomie ergeben nur eine Summe von 114 Löchern. Korrekt, aber da ist eben noch der Platz, auf dem jedes Jahr und 50‘000 Runden gespielt werden und von dem selbst gestandene Tourrecken wie Ben Crenshaw und Tom Watson schwärmen.

Eine Runde auf dem St. Andrews Ladies‘ Putting Club, nur wenige Meter neben dem ersten Green des Old Course gelegen, ist für alle Besucher der Grey Auld Toon  – der Spitzname des Golfmekkas kommt von den vielen aus Granit gebauten Häusern – eigentlich Pflicht und gleichzeitig ein irrer Spass für Klein und Gross. Auch wenn sich die Ladies (Männer sind übrigens im Club auch willkommen) verbissene Matches liefern, bei denen nicht der kürzeste Putt geschenkt wird, ist das Areal meist Schauplatz von fröhlichen Stimmen und lautem Gelächter.

Auf dem Himalayas Green passabel zu putten, ist wegen des äusserst welligen Terrains eine echte Herausforderung. Die Löcher liegen oft auf kleinen Hügeln oder in Senken, die wie überdimensionierte Suppenschüsseln aussehen, und die Breaks stellen sogar die berüchtigten Ondulierungen auf den Greens in Augusta in den Schatten. Auch die kleine Strasse die quer durch das Gelände verläuft, ist integraler Bestandteil des Platzes. Inzwischen asphaltiert, war das früher nur ein unbefestigter Weg der oft unter Wasser stand und deshalb wird das Hindernis auch heute noch „Jordan“ genannt.

Der Courserecord auf den 18 zwischen ca. zehn bis zwanzig Meter langen Bahnen liegt bei 35 Schlägen und mehr als drei Hole-in-one wurden in der 150jährigen Geschichte des Clubs auf einer Runde noch nie erzielt. Keeper of the Green ist Neil Moore, der auf dem vom legendären Old Tom Morris gebauten Platz jeden Tag einen neuen Kurs steckt. „Manchmal juckt es mich und ich platziere die Löcher so, dass ein Hole-in-one unmöglich ist“, grinste der Schotte bei unserem Gespräch. „Aber übertreiben darf ich nicht, sonst bekomme ich von den Ladies einen gehörigen Rüffel!“

Auf dem Platz findet übrigens jährlich ein Kräftemessen zwischen den Ladies und Vertretern des Royal & Ancient Golf Club statt und die Hüter der Golfregeln und der Open Championship ziehen dabei öfters den Kürzeren.

www.standrewsputtingclub.com

Text und Foto: Peter Hodel

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