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Solheim Cup 2017: Team USA triumphiert

Juli Inkster holt den Pokal mit ihrem Team zum zweiten Mal in Folge

Das Pendant zum Ryder Cup der Männer hat so etwas von einer Mischung zwischen äusserst farbenfroher, leicht abgedrehter Mädelsparty und einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt – himmelhoch jauchzend im Wechsel mit tränenüberströmten Gesichtern und die Mission „Solheim Cup 2017“ begann für Team Europa schon vor dem ersten Teeshot im Des Moines Golf & Country Club in Illinois denkbar unglücklich: Suzann Pettersen, die seit 2003 ununterbrochen mitgespielt hatte, beklagte wenige Tage vor dem grossen Showdown eine Rückenverletzung, die sie gegenüber der Presse aber nicht so richtig erklären wollte. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren sorgte die Norwegerin in St. Leon-Rot für einen veritablen Eklat, als sie am Samstag vom 17. Green ging, sich dann unvermittelt umdrehte und einen Mini-Putt von Alison Lee absolut nicht geschenkt haben wollte. Ob also bei ihrem Forfait auch eine gewisse Angst vor möglichen negativen Äusserungen der US-Fans eine Rolle gespielt hat, verneinte die 36jährige zwar vehement, aber wer weiss…

Die Equipe von Annika Sorenstam, mit vier Rookies (Florentyna Parker, Emily Kristine Pedersen, Madelene Sagström und Georgia Hall) nach Illinois gereist, begann am Freitag recht vielversprechend. Nach den ersten Foursomes lagen sie 2½ zu 1½ in Führung, doch in den Fourball Matches am Nachmittag nahm das Unheil seinen Lauf. Die US-Amerikanerinnen holten sich alle vier Spiele, wobei vor allem Carlotta Ciganda und Emily Pedersen von Lizette Salas und der erst 19jährigen Angel Yin (die als Captain’s Pick ins Team berufen worden war) mit 6 & 5 regelrecht vom Platz gefegt wurden. Die Gastgeberinnen konnten die Samstagrunden mit einem Vorsprung von drei Punkten also relativ gelassen in Angriff nehmen und zeigten vor allem in den Fourball-Spielen grosse Stärke. Das Duo Salas/Yin musste sich zwar Anna Nordqvist und Ersatzspielerin Jodie Ewart Shadoff geschlagen geben, aber die drei anderen Matches holten sich Lexi Thompson, Paula Creamer und ihre Teamkolleginnen wieder mehr oder weniger deutlich. Der Zwischenstand von 10½ zu 5½ für die USA vor den Einzeln am Sonntag liess nichts Gutes erahnen, auch wenn sich Captain Sorenstam kämpferisch gab und noch lange nicht alles verloren sah. „Wir sind nicht so weit gereist, um dann nicht alles zu versuchen“, meinte die 10fache Majorsiegerin vor dem Schlusstag.

In den Einzel-Matchplays am Sonntag holten die Spielerinnen aus Europa dann immerhin noch die Hälfte der zu vergebenden Punkte (6 gewonnene und 6 verlorene Matches), doch der zuvor angerichtete Schaden war einfach zu gross und die US-Girls konnten den von Ping-Gründer Karsten Solheim initiierten Kontinentalvergleich mit dem klaren Ergebnis von 16½ : 11½ Punkten verteidigen. Eine Genugtuung für das zum zweiten Mal von Julie Inkster geführte Team, das beim letzten Heimspiel vor vier Jahren im Colorado Golf Club südlich von Denver eine bittere Pille in Form einer 18:10 Abfuhr kassiert hatte und sich dem einheimischen Publikum diesmal sicher von seiner besten Seite zeigen wollte. Beste Einzelspielerin bei diesem Prestigevergleich war zwar Anna Nordqvist (Schweden) die sich als einzige Europäerin in keinem ihrer vier Matches geschlagen geben musste (Bilanz: 3 Siege, 1 Half, 0 Niederlagen) und auch Catriona Matthews holte bei ihrer bereits neunten Teilnahme drei von vier möglichen Punkten, aber die US-Equipe – in der Rookie Danielle Kang (24) etwas überraschend als eifrigste Punktesammlerin herausstach – war insgesamt deutlich ausgeglichener besetzt.

Leaderboard: http://www.solheimcupusa.com/leaderboard

Text: Peter Hodel
Foto: AP / Charlie Neibergall

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