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Schweizer Golflizenzen: Im 2018 gilt eine Übergangslösung

Wer wird im Schweizer Golf letztlich das Sagen haben?

Im Juli dieses Jahres platzte in der sonst eigentlich beschaulichen Schweizer Golflandschaft eine veritable Bombe: Der Dachverband ASG liess verlauten, dass die Verträge mit den beiden Vereinigungen ASGI und ASG Golfcard Migros nicht mehr verlängert würden. Der Verband werde ab 2018 (ASGI) bzw. 2019 (ASGGCM) exklusiv für die Herausgabe von Sportlizenzen für Schweizer Golferinnen und Golfer verantwortlich sein. Die wichtigsten Begründungen des ASG-Präsidenten Jean-Marc Mommer in einem Interview mit dem hauseigenen Magazin Golf Suisse lauteten:

  • man wolle das Wachstum im Golfsport etwas bewusster steuern
  • heute würden von den rund 90‘000 Lizenzen rund 40% auf Clubfreie entfallen. Da sei es doch irgendwie logisch, dass der Verband einen direkten Einfluss bekommen wolle
  • ein substanzieller Betrag aus den Einnahmen werde direkt und transparent an die Golfclubs gehen

Klar, dass die Reaktionen auf diese Ankündigung nicht lange auf sich warten liessen: Von „Unfriendly takeover“, „Machtkampf um 36000 Golfer“, „Wirtschaftshilfe für finanzschwache Clubs“ und anderem war in den Medien zu lesen und auch wir wiesen in unserem Newsletter vom Juli 2017 auf die geplante Alleinherrschaft der ASG hin.

Es folgten Monate der Unsicherheit für die unabhängigen Golfer, Anwälte wurden eingeschaltet, Abmahnungen wegen Verwendung der Adressdateien wurden verschickt, einzelne Clubs zeigten sich wenig begeistert vom Alleingang des Verbandes (die ASG-Clubs waren in Vorfeld der „Aktion“ gar nicht erst konsultiert worden)… Kurz, die Nerven lagen auf beiden Seiten blank, es ging um Macht, Geld, Egos – das volle Programm. Die eigentlich Betroffenen, nämlich die Inhaberinnen und Inhaber der ASG Golfcards, standen hingegen im Regen und warteten auf Bescheid.

Nun erhielt ich, ebenfalls clubfreier Spieler, Ende letzter Woche eine kurze Information mittels ASGI-Newsletter:

Kommunikation an unsere Mitglieder:     Karte und Lizenz 2018 – Zurück zu Gelassenheit!

„Mit der ASG konnte eine Einigung gefunden werden, dies nicht zuletzt dank sehr vieler Clubs, welche die ASGI für Ihr Wirken und ihre Unterstützung anerkennen und schätzen.

…Sie erhalten die ASG GolfCard ASGI zum gleichen Preis wie im 2017. Die ASG verzichtet auf die Herausgabe einer eigenen Karte direkt an die unabhängigen Golfer.“  

Soweit so gut, oder etwa doch nicht? Aus verlässlichen Quellen ist zu erfahren, dass es sich bei der Einigung nur um eine Übergangslösung handelt und die ASG an ihrem Vorhaben festhält, ab 2019 allein für die Herausgabe der Lizenzen zu zeichnen. Ende 2018 wird nämlich auch der Vertrag mit der ASG GolfCard Migros auslaufen und so sollen ab übernächstem Jahr doch alle clubfreien Golfer übernommen werden. Zudem wird eine Arbeitsgruppe bis zur GV im März 2018 Vorschläge ausarbeiten, wie die Scherben zusammengekehrt werden könnten.

Wir sind also fast so schlau wie Mitte Jahr, stellen aber fest, dass auch die Kommunikation der ASGI nicht gerade einen Effie Award verdient. Mit Sicherheit lässt sich nur eines sagen: Der Konflikt ist noch nicht bereinigt – Fortsetzung folgt.

Text: Peter Hodel
Bild: Sara Fabian-Baddiel / Getty Images

1 Comment

  1. Stephan Markwalder sagt:

    Diese Übergangslösung ist ein geschickter Schachzug der ASG. Wahrscheinlich hatte man Angst, dass sonst viele Mitglieder der ASGI für das kommende Jahr zur Migros wechseln. Das hätte der Migros viel mehr Gewicht in diesem „Machtkampf“ gegeben. Was kommt als nächstes? Die ASG wird sich überlegen, wie sie einen Keil zwischen die ASGI und die Migros treiben kann, damit sich diese nicht gegen die ASG verbünden. Die ASGI und die Migros wären gut beraten, wenn sie ihr Vorgehen absprechen und im Interesse ihrer Mitglieder eine gute Lösung finden.

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