Schweizer Golflizenzen: Im 2018 gilt eine Übergangslösung
1. November 2017
The Anahita – Bilderbuchschönheit auf Mauritius
2. November 2017

Pitch & Putt – Golf mit Spassfaktor

789 Yards, Par 27 und viel Spass: Der neue Cradle Course in Pinehurst

Gil Hanse ist ein Golfarchitekt, der gewöhnlich in grossen Massstäben denken muss. Zu seinen Aufträgen gehörten unter anderem der Olympic Course in Rio de Janeiro, Castle Stuart Golf Links (zusammen mit Mark Parsinen) und Craighead in Schottland, oder auch der „Streamsong Black“, im gleichnamigen Resort in Florida. Doch seine neuste Kreation die Ende September 2017 in Betrieb ging, weicht vollständig von seinem bisherigen Portfolio ab.

Der Cradle Course im berühmten Pinehurst Resort in North Carolina ist ein Kurzplatz mit neun 56 bis 127 Yards langen Spielbahnen, auf dem selbst komplette Golfnovizen ihre ersten Gehversuche machen dürfen. Der Name „Cradle“ (= Wiege) soll daran erinnern, dass hier 1898 mit dem ersten Neunlochplatz so etwas wie die inoffizielle Geburtsstunde für die grosse Popularität des Golfsports in den USA schlug.

Der Schöpfer der neusten Attraktion in Pinehurst ist begeistert von der Idee:

„Wir hatten die Aufgabe, auf rund vier Hektaren einen Platz zu bauen, auf dem vor allem der Spassfaktor für Alle im Vordergrund steht. Schon Tom Simpson (Designer von weltberühmten Plätzen wie Ballybunion oder Royal Aberdeen) legte grössten Wert darauf, dass Golfer mit einem Lächeln von einer Runde zurück kommen sollten. Golfplatzdesigner stehen oft vor scheinbar unüberbrückbaren Gegensätzen: Viele Bauherren oder Initianten von Projekten wünschen sich einen möglichst langen und schwierigen Platz, der die besten Spieler der Welt an ihre Grenzen bringen soll. Ein Platz, auf dem vielleicht einst ein US Open ausgetragen wird. Anderseits spielen darauf dann viele Hobbygolfer, die in den 90ern oder höher scoren und in ihrer Freizeit keine Frustrunden auf „unspielbaren“ Courses erleben wollen.“

Hanse sieht deshalb nicht etwa mit Geringschätzung auf Pitch & Putt Plätze herab. „Solche Anlagen sind ausserordentlich wertvoll. Auf ihnen können Jung und Alt unseren Sport spielerisch und ohne grosse Hemmschwellen kennen lernen.“

Auch die Verantwortlichen des Resorts sind überzeugt von diesem Angebot. Pinehurst-Präsident Tom Pashley: „Wir wollten schon lange einen Par-3 Platz, der als eine Art „Welcome Doormat“ für unsere Gäste dienen sollte. Wir haben jedes Jahr unzählige Anlässe für Gruppen, bei denen viele Nichtgolfer dabei sind. Diese können auf dem 789 Yards langen Course den Golfsport ausprobieren. Unser neustes „Baby“ soll aber auch gestandene Golfer ansprechen, die als Ergänzung zu den Runden auf den „grossen“ Plätzen eine neue vergnügliche-spielerische Erfahrung suchen. Wir sind sicher, dass der „Cradle“ Schauplatz von viel Gelächter und fröhlichen Gesichtern werden wird.“

„Aus 30 oder 40 Metern vor dem Green mit dem Putter spielen, ist ein Spassschlag“, fügte Gil Hanse an. „Und wir haben auch keine Teeboxes gebaut; die Abschläge können einfach beliebig auf den Fairways hin und her verschoben werden.“

Ganz billig ist der Spass auf dem Cradle aber nicht: Das Tages-Greenfee kostet für Resortgäste 50 Dollar. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre spielen allerdings gratis – in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen! Das neue gestaltete, fast 7000 Quadratmeter (= knapp neun Handballfelder) grosse Puttinggreen „Thistle Dhu“ ist dagegen für alle Besucher kostenlos zugänglich.

Die Betreiber des Resorts haben sich zur Lancierung des Kurzplatzes etwas Besonderes einfallen lassen und auf den Social Media Kanälen eine Umfrage nach alternativen Spielformen gestartet. Die Reaktionen trafen postwendend und haufenweise ein. Hier eine kleine Auswahl:

  • Der Platz muss mit nur einem Schläger gespielt werden (à la Tin Cup)
  • Erlaubt sind drei Schläger; der Gewinner eines Loches bestimmt, mit welchem Schläger der Verlierer am nächsten Loch abschlagen muss
  • Spiel mit zwei Schlägern; einen wählt der Spieler, den anderen bestimmt der Gegner
  • Je ein Rechthänder- und Linkshänderclub plus einen Bullseye-Putter; an ungeraden Löchern (1, 3, 5, 7 und 9) muss mit dem Schläger für Lefties gespielt (und auch geputtet) werden.

Die Message aus der Community war klar: Der von den Initianten und Gil Hanse angestrebte Spassfaktor stand auch für die Ideengeber im Vordergrund – Golf soll vor allem Freude machen. Auch in der Schweiz gibt es ein paar Plätze, auf denen es nicht in erster Linie um Handicaps und Stablefordpunkte geht und wir werden in den nächsten Newsletters ein paar solche Anlagen vorstellen.

Text: Peter Hodel
Quellen: Golf Channel / Pinehurst Resort
Grafik: Pinehurst Resort

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.