Die Herren in Grün auf Shoppingtour
5. Februar 2017
Die European Tour stockt die Preisgelder auf
5. Februar 2017

Nicht alles Runde ist gleich

Wenn die Tage langsam wieder länger werden und die Temperaturen steigen, wird es Zeit, das Material zu überprüfen und für die kommende Saison auf Vordermann zu bringen. Für Golfer gibt es einiges zu tun: Griffe reinigen sowie bei zu starker Abnützung wechseln, die Grooves putzen oder nachziehen die Spikes an den Schuhen auswechseln. Und wie stehts mit den Bällen?

Alle Golfbälle sehen praktisch identisch aus: Durchmesser 42.67 mm, maximal 45.93 Gramm schwer, zwischen 300 und 450 Dimples und meistens in der gleichen Farbe (weiss). Wenn dann der Schläger auf die kleine Kugel trifft, ist es aber mit der Einheitlichkeit komplett vorbei. Es lohnt sich also, seinen Ball mit Bedacht zu wählen.

Wenn Sie sich einfach für ein teures Premiumprodukt entscheiden, das von Rory & Co. beworben wird, oder zu einer Schachtel aus dem Korb „On Sale“ greifen, tun Sie weder Ihrem Spiel noch Ihrer Brieftasche einen Gefallen. Falls Sie auf jeder Runde um die drei bis fünf Bälle im Wasser oder Unterholz versenken, ist die Anschaffung von Pro V’s oder Nike RZN Black die reine Geldverschwendung, anderseits können aber auch Billigprodukte Ihr Spiel negativ beeinflussen. Kurz gesagt: Finden Sie heraus, welcher Ball für Ihr Spielvermögen am besten geeignet ist.

Die Hülle macht den Unterschied

Etwas vereinfacht kann man Golfbälle in zwei Hauptgruppen unterteilen: Bälle mit einer Hülle aus Urethan oder aus Surlyn. Urethan ist etwas „griffiger“, deshalb sind solche Bälle empfänglicher für Spin. Das ist rund um das Green von Vorteil, wenn der Ball rasch stoppen oder gar Backspin annehmen soll. Der Nachteil: Besagter Spin kommt natürlich auch beim Abschlag zum Tragen. Wenn Sie also zu Bananenschlägen neigen und vor allem den Ball auf dem Fairway halten möchten, ist ein Ball mit einer Hülle aus Surlyn (oder Ionomer) die bessere Wahl. Zudem verschleissen diese Bälle auch etwas weniger schnell.

Was drin ist bestimmt die Härte

Der zweite wichtige Aspekt ist die Schwunggeschwindigkeit. Wenn Sie langsam schwingen (Schlägerkopfgeschwindigkeit 110-125 km/h) ist ein weicherer Ball empfehlenswert. Schwingen Sie dagegen schneller (130- 145 km/h), werden Sie mehr Leistung aus einem härteren Ball herausholen. Zum Vergleich: Die Schlägerkopfgeschwindigkeit auf der LPA Tour liegt im Durchschnitt bei ca. 150 km/h, auf der PGA Tour bei etwa 180 km/h und Longhitter erreichen über 200 km/h. Am besten lassen Sie Ihre Schlägerkopfgeschwindigkeit (nicht zu verwechseln mit Ballabfluggeschwindigkeit) von Ihrem Pro einmal messen; das hilft bei der Wahl des richtigen Balles.

Probieren Sie am besten verschiedene Produkte aus – und achten Sie dabei nicht auf das (bisher) von Ihnen bevorzugte Fabrikat. Vorsicht ist auch bei von Herstellern gesponserten Ballfittings geboten. Titleist empfiehlt die Ballwahl auf das Kurzspiel abzustimmen. Bridgestone, ein anderer Bigplayer, richtet das Augenmerk beim Fitting dagegen auf das Spiel vom Tee zum Green. Ballfitting sollte also am besten unabhängig von Herstellerempfehlungen gemacht werden. Wir haben zwei herstellerunabhängige Webseiten ausprobiert:

http://golf-info-guide.com/golf-ball-fitting/
http://www.golfballfittingsystem.com/

Die bisher bevorzugten Bälle bzw. Modelle wurden beim Selbstversuch zwar (teilweise) auch genannt, aber die alternativen Empfehlungen waren überraschend.

Text: Peter Hodel

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.