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Never change a winning Team

Das fängt ja lustig an! Gleich zu Beginn des neuen Jahres sorgten Meldungen aus dem Umfeld von Lydia Ko für Furore – und auch einiges Kopfschütteln. Die Weltnummer 1 krempelt so ziemlich alles um und man erinnert sich unwillkürlich an das Zitat (Überschrift) von Sir Alf Ramsey, dem legendären Trainer der englischen Fussball-Weltmeisterequipe von 1966.

Lydia Ko ist ein Phänomen. Die noch nicht 20jährige Golferin aus Neuseeland hat ein Palmares, das viele gestandene Profis mit langen Karrieren erblassen lässt. Mit 14 gewann sie ihr erstes Profiturnier in Australien, ein Jahr später folgte der erste Titel Auf der LPGA Tour (Canadian Women’s Open). 2014 wechselte die hochtalentierte Amateurin mit einer Ausnahmegenehmigung (sie war noch nicht 18 Jahre alt) zu den Proetten und hat bereits 12 Turniere, darunter zwei Majors (Evian Championship und ANA Inspiration) gewonnen. An den Olympischen Spielen in Rio holte Ko die Silbermedaille, fünf Schläge hinter der überragend spielenden Inbee Park. Man würde also meinen: Alles im grünen Bereich.

Was hat die Ausnahmespielerin also bewogen, gleich drei grosse Veränderungen vorzunehmen? Lydia Ko verlässt Callaway Golf und spielt neu mit PXG-Schlägern der Edelschmiede Parsons Xtreme Golf aus Arizona, die unter anderem auch Christie Kerr, Carl Schwartzel und Zach Johnson unter Vertrag hat.

Die zweite Entscheidung mit eventuell weit grösseren Folgen ist aber Ko’s überraschende Trennung von ihren beiden langjährigen Coaches David Leadbetter und Sean Hogan. „Ich will mit dem Driver besser werden und auch meinen Schwung beherrschen. Die Konkurrenz ist stark und um meine Position zu verteidigen muss ich noch konstanter spielen“, gab die 19jährige zu Protokoll. Sie wolle zudem mehr über ihr Spiel erfahren und eigene Anpassungen vornehmen können, auch wenn der Trainer mal gerade nicht zur Stelle sei. David Leadbetter, der unter anderem schon mit Superstars wie Nick Faldo, Greg Norman und Ernie Els gearbeitet hat, stellte fest, dass Lydia Ko zusammen mit ihrem Vater während Turnieren in Asien an einem flacheren Schwung gearbeitet hatte. „Wir haben nie darüber gesprochen oder gemeinsam entschieden, ich war etwas überrascht“, sagte der Golfguru in einem Interview mit dem Golf Channel.

Die dritte Umstellung betrifft den Mann am Bag. Im Oktober 2016 feuerte sie Caddie Jason Hamilton, den sie vor zwei Jahren noch hoch gelobt hatte. Künftig wird Gary Matthews der schon für Sergio Garcia und Anthony Kim gearbeitet hat ihre Schläger tragen.

Das sind drei massive Änderungen die Lydia Ko zu bewältigen hat und wir erinnern uns an andere Fälle, bei denen das nicht unbedingt erfolgreich verlaufen ist. Die Trennung von Tiger Woods und Butch Harmon, die Schwungumstellungen von Pádraigh Harrington (nachdem er 2008 gerade zwei Majors in Folge gewonnen hatte) und Nick Faldo. Letzterer benötigte volle zwei Jahre bis die Anpassungen Früchte trugen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Neuseeländerin mit all den Neuerungen nicht übernommen hat.

Text: Peter Hodel

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