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Just do it

Dass Geld die Welt regiert, ist eine Binsenwahrheit. Selten ist diese Tatsache freilich dermassen entlarvend zutage getreten wie beim Deal von Nike: Um VIPs und Kunden währen der olympischen Spiele das Golfspiel zu ermöglichen, hat die Firma einen Golfplatz gekauft. 

Golfmässig gesehen ist Rio de Janeiro ausgesprochen sprödes Gelände. Es gibt bloss zwei 18-Loch-Anlagen (Gavea und Itanhanga) und diese beiden Clubs sind strikte privat. Nur wer förderliche Beziehungen hat zum Vorstand oder einem Mitglied kann als Greenfeespieler auf einen der beiden Plätze.

Der dritte Platz ist der soeben eröffnete (vergleiche Rio Blog Dezember 2015) Olympiaplatz in Barra, ca. 30 Minuten südlich von Rio. Doch der ist logischerweise vor und während den Olympischen Spielen für Normalsterbliche nicht zugänglich. Nach den Spielen soll der 18-Lochplatz die erste öffentliche Golfanlage in der Gegend werden. Diese wenig berauschende Situation hat dem Management des Weltkonzerns Nike Kopfzerbrechen bereitet. Doch da Geld offensichtlich keine Rolle spielt, hat der globale Sportartikelhersteller den Clubverantwortlichen des GC Itanhanga einen Deal unterbreitet, den diese offensichtlich nicht ausschlagen konnten: Nike hat den Platz für 10 Millionen Dollar gemietet.

Während einem vollen Monat dürfen die Mitglieder des Clubs nicht auf ihren Platz. Um die Proteste der Members ein wenig zu glätten, bietet ihnen der Club jetzt als Gegenleistung eine 20 prozentige Ermässigung auf den Jahresbeitrag sowie drei Monate gratis Golf. Wie die Mitglieder diese Diskriminierung aufgenommen haben, ist nicht bekannt, aber ich kann mir vorstellen, dass es da den einen oder anderen dicken Hals gegeben hat.

Ein Ausweichen auf den anderen privaten Club ist nämlich auch nicht möglich: Ein Scheich soll den GC Gavea ebenfalls gekauft haben. Für Golfer, die an den Olympischen Spielen teilnehmen wollen, erübrigt sich also das Mitführen des Golfgepäcks. Und das ist ja auch eine gute Nachricht.

Piero Schäfer

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