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Jordan Spieths unerklärlicher Absturz

Vor kurzem war er noch die Nummer eins der Welt und schien fast unbesiegbar. Doch beim AT&T Byron Nelson in Texas erlebte Jordan Spieth, wie unerklärlich Golf sein kann: Er spielte am Schlusstag die drittschlechteste Runde aller 74 Teilnehmer. 

«Ich weiss nicht, was los ist» versuchte Jordan Spieth am Samstag seine Stimmungslage zu erklären. «Ich hatte auf der Runde ein echt stressiges, unsicheres Gefühl und spielte mit -3 dennoch eine überzeugende Runde.» Am Sonntag dann das Gegenteil: Nachdem er einige Abschläge auf der Driving Range geprobt und das Ergebnis als gelungen empfunden hatte, ging auf dem Platz gar nichts mehr. Er schlug die Bälle mal links, meistens aber rechts ins Gelände oder in die Bunker. Sein Gesichtsausdruck und die Körpersprache zeigten es deutlich: Was ist denn hier los? Als Zweiter war er am Sonntag auf die letzte Runde gegangen, mit entschieden besserem Gefühl als am Vortag, doch dann dies: Es hagelte Bogeys. Auf den Löchern 3,5,8,12,15 und 16 verlor er je einen Schlag und einzig auf den Löchern 7 und 18 gelang ihm ein Birdie.

Für einmal hatte ihn auch der Putter im Stich gelassen: Zahlreiche Putts strichen knapp am Loch vorbei und liessen den Texaner, der das Turnier auf dem TPC Four Seasons Resort in Irwing als Lokalmatador unbedingt gewinnen wollte, fast verzweifeln. Seine Runde beendete er mit +4, und Spieth reihte sich damit ziemlich am Ende der Tagesrangliste ein. Nur zwei Spieler waren mit +5 noch etwas schlechter. Er verlor 16 Ränge und klassierte sich im für ihn enttäuschenden 18. Rang. «Schon komisch» fasste er seine letzte Runde zusammen, «heute habe ich mich nicht so zögerlich gefühlt wie gestern und eigentlich hätte ich ein besseres Score verdient als in der dritten Runde.» Und zum Schluss fasste er das eben Erlebte mit gehobenen Schultern in einem Satz zusammen: «So ist halt Golf manchmal.»

Wie recht er doch hat.

Piero Schäfer

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