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Golfgenuss: Irlands grüne Fairways

Kein Raum für "Hooker" am 13. Loch im Slieve Russell Golf Club

Wer als Golfbegeisterter an Irland denkt, wird wohl sofort berühmte Linkscourses wie Lahinch oder Royal County Down mit ihren baumlosen Küstenstrichen, windzerzausten Dünen und den berüchtigten Potbunkern und vor Augen haben. Doch die grüne Insel bietet auch wunderschöne Parklandplätze wie zum Beispiel im Slieve Russell Hotel & Country Club.

Das Viersternehaus steht in einem rund 120 Hektar grossen Park und verfügt über alle Annehmlichkeiten von grosszügigen Zimmern, einem Spa, verschiedenen Freizeitmöglichkeiten und natürlich eigenem Golfplatz. Der Course aus der Feder von Paddy Merrigan (+2016) – der unter anderem auch den spektakulären Old Head of Kinsale gebaut hatte – ist in leicht hügeligem Gelände und um zwei kleine Seen, den Aghavoher Lough und Lough Rud angelegt. Und nein, ich weiss nicht wie man die Namen korrekt ausspricht…

Wie fast überall auf den britischen Inseln sind die Formalitäten vor dem Start unkompliziert und rasch abgewickelt. Keine Seele kümmert sich um Handicap-Nachweise, man geht scheinbar davon aus, dass jemand mit einem Golfbag am Rücken weiss, was Sache ist. Nur ein paar kurze Instruktionen werden noch mitgegeben: „Wir hatten in den letzten zwei Tagen ziemlich viel Regen, haltet den Ball auf dem Fairway, daneben ist es ziemlich nass und unsere Greens sind sneaky fast.“ Das mit dem nassen Rough bewahrheitet sich schon am ersten Loch, das Hosel verfängt sich im fetten Gras und der zweite Schlag landet weit links und kurz vor dem Green. Abgesehen davon ist der Parcours aber in sehr gutem Zustand. Und was es mit den „schleichend-schnellen“ Greens auf sich hat, lernen wir auch rasch: Man hat das Gefühl auf weichem Moos zu gehen und dennoch schiessen die Bälle auf den linientreuen Puttingflächen nur so davon.

Die Frontnine sind ziemlich eng und ein Birdiebuch angesichts einiger unübersichtlicher Stellen für Ortsunkundige von Vorteil. Die Backnine verlaufen durch etwas offeneres Gelände und der Abschnitt mit den Löchern 11 bis 13 ist auf dem ohnehin schon hoch attraktiven Platz eine besondere Augenweide und Herausforderung zugleich. An allen drei Bahnen kommt Wasser ins Spiel. Auch das 16. Loch ist dann nochmals zum Zungenschnalzen: Das zweite Par 3 auf den zweiten Neun mit Namen „Mourning Pond“ (der Trauerteich) geht wieder über Wasser und erinnert mit den drei mächtigen Bunkern hinter dem Green etwas an das berühmt-berüchtigte kurze 12. im Augusta National Golf Club. Ein tolles Loch mit einer Portion Nervenkitzel und zudem schönes Fotosujet.

Dass der Platz auch für sportlich-ambitionierte Golfende genügend Herausforderungen bietet beweist die Tatsache, dass darauf schon die Irish PGA Championships und zweimal ein Event der European Tour ausgetragen wurde. Und noch ein netter Nebeneffekt für Reisende die nach Dublin fliegen und dann die lange Fahrt quer über die grüne Insel an die Westküste mit den klassischen Courses wie Ballybunion, Rosapenna oder Ballyliffin vor sich haben: Das Slieve Russell Resort liegt etwa in der Mitte von Irland und ist deshalb so etwas wie ein ideales „Halfway-House“ für eine Übernachtung mit Golf.

http://www.slieverussell.ie/golf.php

Text und Foto: Peter Hodel

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