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«Ich traue der neuen ASG-Führung sehr viel zu!»

Anne-Marie In-Albon ist die Mutter der im Moment erfolgreichsten Schweizer Golfprofessional, Fabienne. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit, die sportliche Entwicklung ihrer Tochter und ihre Erwartungen an die neue ASG-Crew gesprochen. 

swigo: Ihre Tochter spielt professionelles Golf, was sind Sie mehr: Mutter oder Managerin?

In-Albon: Ich bin vor allem Mutter und sehe mich eigentlich eher als Koordinatorin/Organisatorin und nicht als Managerin.

swigo: Und was umfasst diese Tätigkeit?

In-Albon: In erster Linie geht es darum: Webseite updaten, Termine koordinieren, Flüge, Hotels, Mietauto buchen, Visa beschaffen, Rechnungen und Sponsorenbriefe schreiben, Sponsorenverträge abwickeln, Kontakt zu potentiellen Sponsoren herstellen.

swigo: Fabienne ist als 51. der Olympischen Rangliste im Moment für die OS qualifiziert. Ist sie sich das bewusst?

In-Albon: Ja, das ist sie sich bewusst, aber es ist nicht so, dass sie ständig auf die Rangliste schaut. Für sie ist es wichtig zu wissen und zu sehen, dass ihr grosses Ziel, die Olympischen Spiele 2016, ein realistisches ist und dass es mit harter Arbeit und viel Durchhaltevermögen erreichbar ist.

swigo: Man hat den Eindruck, dass Fabienne im letzten Jahr so richtig der Knoten aufgegangen ist. Was ist passiert?

In-Albon: Es ist nichts passiert, sondern die harte und intensive Arbeit von ihr und ihrem Team wurde belohnt und hat sich ausbezahlt. Sie hat lange auf diesen Moment hingearbeitet, und wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann will sie es auch erreichen. Mit dieser Einstellung hat sie sich auch die Tour Karte geholt.

swigo: Ich erinnere mich an Zeiten, da waren Sie nicht wirklich begeistert von der Verbandsunterstützung. Was hat Sie vor allem gestört?

In-Albon: Der Verband hat lange immer nur auf den Breitensport gesetzt, der Spitzensport war nicht so wichtig. Der Übergang vom Amateur ins Profigolf wurde nicht unterstützt! Doch jetzt beginnt eine neue Aera mit der Schiene «Leistungssport», und das lässt hoffen.

swigo: Es gab in der Schweiz ja schon des öftern grosse Talente wie Niloufar Azam und Sherlyn Popelka, von beiden hört man nichts mehr. Was lief da falsch?

In-Albon: Niloufar war sehr oft verletzt, und am Schluss konnte ihr Körper den Belastungen nicht mehr standhalten. Bei Sherlyn war vermutlich der Druck zu gross.

swigo: Die Tessinerin Anais Maggetti ist nach erfolgversprechendem Start auf der Tour ebenfalls wieder verschwunden, was fehlt der Tessinerin?

In-Albon: Selbstvertrauen, es fehlen ihr nur ein paar gute Resultate, um das Selbstvertrauen wieder zurück zu gewinnen, denn Golf spielen, das kann sie.

swigo: Wir haben an der Spitze der ASG ja jetzt gewissermassen eine «Ticino Connection». Was trauen Sie Barbara Albisetti als Generalsekretärin und Paolo Quirici als Sportdirektor zu?

In-Albon: Sehr viel, sofern man ihnen die Zeit lässt, das Geplante umzusetzen, denn das geht nicht von heute auf morgen. Ich hoffe, dass auch das Denken der Schweizer sich etwas verändert und Sport endlich als Beruf anerkannt wird, denn nur so kommen wir weiter.

Interview: Piero Schäfer

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