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Exklusiv auf Swigo: Fotos vom Olympiagolfplatz

Die News über den neuen Golfplatz in Barra trafen hierzulande nur spärlich ein, und Fotomaterial gab es bisher praktisch keines. Swigo.ch hat sich deshalb vor Ort erkundigt und konnte zusammen mit internationalen Medien den Golfplatz exklusiv besichtigen. 

Der in Rio de Janeiro lebende Schweizer Journalist Ruedi Leuthold hat es möglich gemacht: Dank seinen Kontakten zur Medienstelle der Olympischen Spiele konnte sich swigo.ch einem kleinen, exklusiven Trupp anschliessen und den vor kurzem fertiggestellten, und am 22. November den Behörden übergebenen olympischen Par-72-Golfplatz an der Avenida das Americas 10001 in Barra da Tijuca besichtigen.

Wie exklusiv das Ganze war, erlebte man schon beim Zusammentreffen: Der Vertreter der noblen New York Times hatte etwas dagegen, dass gleichzeitig Journalisten des lokalen O Globo und ein TV-Sky-Team aus Neuseeland sowie swigo aus Switzerland mit von der Partie waren. Offenbar hatte man ihm völlige Exklusivität zugesichert. Nicht einfacher wurde es, als der Superintendent des Golfplatzes, der ehemalige Angehörige der britischen Armee Neil Cleverly, sich überaus bockig zeigte und weigerte so viele Leute (es war ein Grüppchen von rund 12 Personen) über den Parcours zu begleiten. Es brauchte einiges an diplomatischem Geschick der Presseverantwortlichen, um ihn endlich umzustimmen.

Doch die Geduld lohnte sich: Wir sahen einen wunderbar gelayouteten, elegant modellierten 18-Lochplatz, dessen noch völlig unberührte Fairways (Gras: Zeon Zoyia) und Greens (Sea Shore Paspalum) in phantastischem Zustand sind. Leicht coupiert präsentiert sich der Links freilich ausgeprochen anspruchsvoll: Es hat auffallend schmale Fairways, denen sich zwei grössere Seen entlangschlängeln und mitunter vorwitzig vor die Grüns schieben. Nicht einfacher wird die Aufgabe für die Olympioniken durch die knapp 100 maliziös platzierten Bunker.

Neil Cleverly bezeichnet die Löcher 2,3, und 4 als «Amen Corner», weil sie besonders schwierig zu meistern sind. Loch 2 ist heikel, weil die Landezone des Abschlages enorm schmal ist, Loch 3, weil man ein beängstigend breites Wasserhindernis überwinden muss, und Loch vier erfordert einen langen und absolut geraden Drive, da links der See lächelt und rechts der Urwald schmachtet.

Besonders heimtückisch aber ist die Tatsache, dass es neben den schmalen Bahnen keinerlei Semirough gibt. Wer die Spielbahn nicht trifft, dessen Ball landet in unbarmherzigem Rough, das aus bemerkenswerter botanischer Vielfalt (von Gras über kleine Büsche bis hin zu tropischen Gewächsen) besteht und die Fortsetzung des Spiels äusserst herausforderungsreich gestaltet. Für die olympischen Spiele mag das angesichts der hohen Spielqualität der Teilnehmerinnen und Teilnehmern ja noch angehen, nach den Spielen soll der Platz aber für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Da wird der eine oder andere Amateur sich wohl wünschen, er wäre lieber an den Strand gegangen.

Piero Schäfer

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