2. Platz für Albane Valenzuela am U.S. Woman’s Amateur
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Evian Championship 2017: Nordqvist gewinnt im Playoff

Zum Schluss waren alle ziemlich geschafft: Die Greenkeeper und die Siegerin Anna Nordqvist

Golffans werden, was die ganz grossen Anlässe angeht, auf dem europäischen Kontinent nicht gerade verwöhnt, doch die Evian Championship ist die grosse Ausnahme. Am fünften und letzten Ladies-Majorturnier der Saison war alles versammelt, was Rang und Namen hat. Leider war das Wetter am Genfersee, vor allem am Finaltag, wahrlich nicht gerade nach dem Gusto  der Weltelite der Golferinnen. Tiefe Temperaturen, der Kurs durch die Regenfälle sehr nass und trotz grossem Einsatz der Greenkeeper schwierig zu meistern.

Dass ausgerechnet Anna Nordqvist den Elementen am besten trotzte, kann als kleine Sensation betrachtet werden. Die 30jährige Schwedin hatte bisher eine recht verkorkste Saison hinter sich: Mitte Juli, am US Woman’s Open in New Jersey, erkrankte sie am Pfeiffer-Drüsenfieber und musste über zwei Wochen das Bett hüten. Ins Solheim-Team schaffte es Nordqvist nur dank einer Wildcard – und war dann prompt die beste Punktesammlerin für die Europäerinnen.

Auch in Evian schien sich die Achterbahnfahrt der Schwedin fortzusetzen. Sie startete mit fünf Schlägen Rückstand auf die führende Moriya Jutanugarn (Thailand) in die Finalrunde und war nach fünf Löchern mit zwei über Par scheinbar endgültig aus dem Rennen. Doch dann schien sich Nordqvist auf einen Rat ihres Grossvaters zu besinnen. O-Ton: „Immer den Kopf hoch halten und niemals aufgeben!“ Die „Kur“ wirkte, Nordqvist liess mit 8 unter Par auf den letzten 11 Löchern im kalten Dauerregen – unterbrochen von Hagel – ein Feuerwerk steigen und rettete sich in ein Playoff gegen die weitgehend unbekannte Brittany Altomare (USA). Am ersten Extraloch schaffte die Schwedin zwar nur ein Bogey, weil aber ihre Gegenerin sogar ein Doppelbogey hinnehmen musste, konnte sie acht Jahre nach ihrem ersten Grosserfolg (Woman’s PGA Championship 2009) ihren zweiten Majortitel feiern.

Ein Lebenszeichen gab’s nach langen Monaten auch vom einstigen Wunderkind Lydia Ko. Die mittlerweile 20jährige hatte seit Juli 2016 kein einziges Turnier mehr gewonnen und auf die Saison 2017 gleich den Coach, den Caddie und das Equipment ausgetauscht. Vielleicht bedeutet der geteilte 3. Rang (mit Jutanugarn und Katherine Kirk) eine Art Neustart für die Neuseeländerin. Albane Valenzuela überstand leider einmal mehr den Cut nicht und scheint für die ganz grosse Bühne – trotz hervorragenden Resultaten an den Amateurturnieren – noch nicht ganz gerüstet.

Leaderboard: ladieseuropeantour.com/?tournament=evian-championship-2017

Text: Peter Hodel
Foto: Getty Images

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