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Die ultimativen Herausforderungen

Weiter nördlich geht nicht: Der North Cape Golfclub in Norwegen

Etwas von schönsten am Golfsport ist sicher, dass kein Platz und keine Spielbahn, ja nicht einmal ein Green einem anderen gleicht und man immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird. Im Verlauf dieses Jahres haben wir einige sehr spezielle Plätze vorgestellt, zum Beispiel den „längsten“ Golfplatz der Welt (Nullarbor Links in Australien), oder den Platz auf der Fair Isle, wo ein Leuchtturmwärter bei orkanartigen Windstärken seinem Hobby frönt. Zum Jahresende präsentieren wir noch einige der extremsten Orte rund um den Globus, die zum Golfen „einladen“.

Der Furnace Creek Golf Course liegt im Death Valley (Kalifornien), einem der lebensfeindlichsten Orte der Erde. Er liegt 65 Meter unter dem Meeresspiegel und ist damit der tiefst gelegene und wohl auch heisseste Golfplatz der Erde. Im Juli 1913 wurde im Tal des Todes mit 57° die weltweit fünfthöchste je gemessene Temperatur verzeichnet. Die meisten Logiermöglichkeiten bleiben im Sommer bei Backofenklima um 50 Grad geschlossen und während dieser Zeit werden wohl nur ganz hart gesottene den 1931 eröffneten und kürzlich von Perry Dye umgestalteten Platz spielen wollen.

Das Prädikat „höchstgelegener Golfplatz“ gehörte bis Anfang der 1990er Jahre einer 9-Lochanlage in Tuctu (Peru). Doch dann wurde der auf fast 4‘300 Meter über Meer gelegene Platz aufgegeben und im benachbarten Bolivien reklamierte man rasch, dass der Rekordhalter nun in La Paz (3‘300 M.ü.M) zu finden sei. Im indischen Himalaya in Kupup gibt es aber den Yak Golf Course, der mit 3‘970 M.ü.M. eben noch rund 600 Meter höher als der La Paz Golf Club liegt. Der Ball soll auf dieser Höhe rund 20 Prozent weiter fliegen, so dass sich selbst Wochenendgolfer einmal wie Rory McIlroy fühlen können. Doch das Atmen fällt wohl ebenso schwer wie bei einer Besteigung des Piz Palü und ohne ausreichende Akklimatisation ist eine Runde auf dem 5400 Meter langen 18-Lochplatz sicher nicht zu empfehlen.

Nichts für Warmduscher ist der North Star Golf Course in Fairbanks (Alaska). Dort liegen die Jahresdurchschnittswerte bei gerade mal 2.5° Celsius und der tiefste in Fairbanks verzeichnete Wert lag bei 54.4 Grad unter dem Gefrierpunkt! Ausser in den kurzen Sommermonaten, in denen das Barometer auf knapp über 20 Grad steigt, wahrscheinlich einer der kältesten Orte zum Golfen. Dennoch sollen einige Unentwegte auch im Winter ihre Runden drehen. Auf der Scorekarte hat es zudem – weltweit sicher einmalig – eine Checkliste auf der man abhaken kann, welche Wildtiere sich während der Runde gezeigt haben. Die Liste reicht von Murmeltieren über Adler und Elche bis zu Grizzlybären. Etwas Nervenkitzel ist also auf dem 1993 eröffneten Platz an der Tagesordnung.

Extremes Klima ist auch auf dem nördlichsten Golfplatz der Erde in Lakselv (Norwegen)  an der Tagesordnung. Der Name „North Cape Golf Club“ ist allerdings ein kleiner Etikettenschwindel, denn bis zum Nordkap muss man noch knapp 200 Kilometer „nach oben“ reisen, aber weiter nördlich kann man – zumindest auf einem „regulären“ Platz – nun wirklich nicht mehr aufteen. Für Abenteuerlustige angenehm, dass der kleine 9-Lochplatz direkt neben dem Flughafen liegt. Raus aus dem Flieger und ab zum ersten Tee, denn ansonsten gibt es in dem weit nördlich vom Polarkreis gelegenen 2000-Seelenstädtchen nicht viele Attraktionen.

Fast 16‘000 Kilometer entfernt, am „untersten Ende“ der Erdkugel auf Feuerland liegt der Ushuaia Golf Club. Die Greens auf dem 9-Lochplatz sind winzig und erscheinen aus der Distanz kaum grösser als Teeboxen, entschädigt werden aber Golf-Globetrotter mit einer atemberaubend schönen und wilden Landschaft. Die südlichste Stadt der Welt ist auch einer der teuersten Orte in ganz Südamerika, da die meisten Waren über extreme Distanzen herbeigeschafft werden müssen. Die Greenfees liegen allerdings mit rund 50 Euro (für 18 Löcher) im normalen Bereich und beinhalten auch eine Urkunde die bescheinigt, dass man den südlichsten Golfplatz der Welt gespielt hat.

Text: Peter Hodel
Quellen: Eigene Erfahrungen / xtremesport4u.com
Foto: H. Barnak

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