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Der Traum der Nummer 1

Obschon Jordan Spieth im Moment die klare Nummer 1 der Welt ist, kann er noch nicht sicher sein, an den Olympischen Spielen an den Start gehen zu können. Dabei wäre das die Erfüllung seines Jugendtraumes. 

Ausnahmegolfer Jordan Spieth hat angekündigt, dass er sehr gerne an der Olympiade in Rio an den Start gehen würde. Schon als Jugendlicher habe er all jene Sportler bewundert, die bei der Eröffnungsfeier als Vertreter ihres Landes in das Stadion marschieren konnten. «Es ist das am meisten beachtete Sportevent überhaupt», meinte Jordan, «und da sind nur die besten Athleten vertreten. Als ich dann auf Golf setzte, dachte ich kaum mehr daran, da diese Disziplin ja nicht olympisch war. Doch jetzt bietet sich mir unerwarteter Weise die Chance mit dem US-Team einmarschieren zu können, das ist ein unvergessliches Erlebnis.»

Obschon Spieth an der Spitze der Weltrangliste steht, ist er noch nicht definitiv für Rio qualifiziert. Das hängt mit dem Modus zusammen, der vorsieht, dass jedes Land pro Sportart bloss vier Vertreter nach Brasilien senden kann. Im Moment befinden sich acht US-Golfer unter den Top-15 der Weltrangliste (Spieth, Fowler, Watson, D. Johnson, Furyk, Reed, Z. Johnson und Kisner). Vier davon müssen also über die Klinge springen, wenn im Juli die Qualifikation ansteht. «Ich muss meine Form wahren, denn es kann schnell passieren, dass man Ränge in der Weltrangliste verliert, wenn das Spiel nicht funktioniert«, weiss Spieth «da gibt es eine ganze Reihe hervorragender Golfer im US-Team. Wenn ich es in die Olympiamannschaft schaffe, wäre das unglaublich. Es ginge ein Traum in Erfüllung.

Ausgeträumt hat dagegen ein anderer Superstar: Tiger Woods. Der 14fache Majorsieger belegte Ende Jahr in der Weltrangliste den 416. Rang. Vor ihm liegen mehrere Dutzend amerikanische Spieler, die man zwar kaum kennt, die ihn aber längst überholt haben. Noch im letzten Mai – vor den Players Championships in Florida – hatte Woods angedeutet, gute Chancen für eine Qualifikation zu haben. Für einen Athleten sei es sehr wichtig, an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können, meinte er damals, es gehe nicht bloss darum, für das eigene Land Ehre einzulegen, sondern etwas zu realisieren, was fast ein Jahrhundert lang nicht möglich gewesen war: Den Gewinn einer olympischen Medaille. Für Woods, den besten Golfer dieses Jahrhunderts, ist dieser Traum allerdings ausgeträumt.

Piero Schäfer

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