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Copacabana als Festung

Die Terroranschläge in Europa lassen auch die Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio nicht kalt. Zumal in Brasilien eine islamistische Zelle ausgehoben worden ist. 85000 Sicherheitskräfte machen aus dem friedlichen Strand eine Festung. 

Als Ende Juli die Nachricht durch die brasilianischen Gazetten ging, dass zehn Personen wegen geplanter Terrortätigkeit verhaftet worden sind, nahm die Angst im Austragungsland der Olympischen Spiele sprunghaft zu. Niemand hatte geglaubt, dass Brasilien auf dem Radar des IS sein könnte, zu weit entfernt waren die Tatorte des internationalen Terrorismus.

Zwar versuchte der Brasilianische Justizminister Alexandre Moraes die Gemüter mit der Nachricht zu beruhigen, dass es sich bei den Verhafteten um «Amateure» handle, die sich persönlich nicht gekannt, bloss über Internet kommuniziert und auch keine konkreten Anschlagpläne ausgearbeitet gehabt hätten, aber dennoch wurde man sich im südamerikanischen Land bewusst: Das Gefühl der Sicherheit war trügerisch. Doch nicht erst seit der Aushebung dieser Zelle gehört der Schutz der Athleten, Offiziellen und Touristen, deren Zahl auf eine halbe Million geschätzt wird, zu den primären Zielen und Aufgaben der Organisatoren. Rund 85000 Sicherheitskräfte sind rekrutiert und mobilisiert worden, doppelt so viele wie vor vier Jahren in London.

Über 100 Schulungen für total 3800 Sicherheitskräfte wurden durchgeführt. Und natürlich sind all diese Soldaten und Polizisten nicht unsichtbar. Dort, wo sich normalerweise sonnenhungrige Badegäste entspannen, stehen gruppenweise und schwer bewaffnete Uniformierte. Bereits kursiert unter den Cariocas (Einwohner von Rio) das Bonmot, die Copacabana sei noch nie so sicher gewesen. Die Organisatoren überlassen nichts dem Zufall und haben sich (bereits vor der Aushebung der Zelle) mit Geheimdiensten in den USA und Europa abgesprochen. Drei Tage nach dem Attentat in Nizza reiste eine Delegation nach Paris, um neueste Erkenntnisse zu erfahren. All diese Massnahmen deuten darauf hin, dass man in Rio nichts ausser Acht lässt. So ist es eben mit Grossveranstaltungen: Sie bedeuten nicht nur Glorie und Imagezuwachs sondern auch enorm viel Aufwand und grosse Verantwortungsbelastung.

Man kann nur hoffen, dass sich bis in vier Jahren, wenn die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden, die internationale Bedrohungslage entschärft hat.

Piero Schäfer

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