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Chinas Golfboom gestoppt

ei den Olympischen Spielen 2016 in Rio des Janeiro werden die traditionellen Golfnationen die Medaillen unter sich aufteilen. Möglich dass das so bleibt: Chinas Präsident hat das Veto gegen Golf eingelegt. 

Es ist noch nicht lange her, da war das Golfspiel in China total verpönt. Als Freizeitbeschäftigung der wohlhabenden Elite des Westens hatte der Sport keinerlei Bedeutung. Ja er war sogar verboten. Zumindest bei den Mitgliedern der Kommunistischen Partei. Und das sind nicht weniger als 88 Millionen Personen. Mit der partiellen Öffnung des Landes hat sich das geändert. Golfplätze sind aus dem Boden geschossen (im Mai 2015 zählte man 600 Golfanlagen), und die ständig wachsende Zahl Wohlhabender, zu denen auch Parteimitglieder und Beamte gehören, hat dazu geführt, dass immer mehr Leute Golf spielen.

Eine Entwicklung im sportlichen Bereich wie in Korea war absehbar, wo gerade bei den Frauen eine ungeheure Dominanz im Weltgolf zu registrieren ist. Angesichts der Tatsache, dass das Volk über 1,3 Milliarden Menschen umfasst, schien es nur eine Frage der Zeit, bis China im Golfsport eine führende Rolle übernehmen würde. Zumal Disziplin und Beharrlichkeit zu den charakterlichen Eigenschaften der Chinesen gehören.

Gerade im Hinblick auf olympische Spiele wäre eine Verschiebung von den traditionellen Golfnationen wie USA, Australien und England Richtung Asien durchaus eine denkbare Entwicklung gewesen.

Doch jetzt scheint alles anders zu kommen: Chinas Präsident Xi Jinping hat den Parteimitgliedern verboten, Golf zu spielen.

Grund: Golf fördere die Möglichkeit gesellschaftlicher und damit wirtschaftlicher Kontakte und als Konsequenz davon die Korruption. Kein Wunder gehört das Networking beim Golfsport doch zu den wichtigeren Motiven.

Mit diesem Veto scheint zumindest vorläufig eine weitere Entwicklung des Golfsportes in China gebremst worden zu sein. Und das hat praktische wenn auch wenig erfreuliche Konsequenzen: Bereits sind 66 Golfplätze geschlossen worden.

Die Golfwelt wird also weiterhin auf chinesische Spitzengolfer warten müssen.

Piero Schäfer

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