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100 Tage Unsicherheit

In gut drei Monaten beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Trotz widriger Umstände und akuter Zeitnot scheint die Fertigstellung der Sportstätten planmässig zu erfolgen. Trotzdem bleibt eine gewisse Unsicherheit. 

Es ist fast ein Naturgesetz: Vor jeder grossen Veranstaltung, sein das eine Weltausstellung, eine Fussball Weltmeisterschaft oder eben Olympische Spiele, häufen sich die Negativmeldungen. Brasilien trifft es geradezu knüppelhart: Wirtschaftskrise, politische Wirren und Korruptionsvorwürfe bilden den wenig erbaulichen Hintergrund für die letzte Phase der Realisation der Sommerspiele.

Immerhin: Über 90 Prozent der Austragungsstätten sind fertiggestellt. Eine bemerkenswerte Tatsache, sah es doch vor einem halben Jahr noch nicht danach aus, dass dies innerhalb so kurzer Zeit möglich sein könnte. Zumal die Organisatoren das Budget um 500 Millionen Dollar kürzen mussten. Dies nicht zuletzt deshalb, weil sich der wirtschaftliche Himmel über dem grossen Land seit Beginn der Bauarbeiten entschieden verdüstert hat.

Wie stets vor Olympischen Spielen fanden auch in Rio Testwettkämpfe statt. Wir haben über das Testturnier der Golfer berichtet (siehe Rio Blog März und April). Der Wettbewerb wird zwar nicht gerade als berauschendes Event in Erinnerung blieben, er hat aber gleichwohl seinen Zweck – nämlich den Test des neuen Platzes und der Infrastruktur – zur Zufriedenheit der Organisatoren erfüllt. Im Gegensatz dazu traten bei anderen Disziplinen noch diverse Mängel zu Tage: Im Velodrom gibt es noch keinen definitiven Belag, im Tennisstadion fehlt das Flutlicht, und im Schwimmstadion gibt es noch kein Dach. Wie meist vor grossen Veranstaltungen wird es also auch in Rio knapp. Aber wie stets wird es wohl auch hier auf den letzten Drücker doch noch reichen und alles fertig sein, wenn die Olympische Fackel entzündet wird.

Zweifel bleiben freilich immer noch: Die neue Metrolinie, die das Stadtzentrum von Rio mit der Barra-Region verbindet, in welcher der Olympiapark legt, ist bei weitem noch nicht betriebsbereit. Diese Verbindung ist aber gerade für die Besucher von diversen Sportanlässen – unter anderem das Golfturnier – unerlässlich. Brasilianer sind eher spontane Menschen, sie entscheiden sich kurzfristig, ob sie an eine Veranstaltung gehen sollen oder nicht. Da hätte die neue Metro zweifellos manche Entscheidung erleichtert. So bleiben also die letzten 100 Tage voller Unsicherheit.

Piero Schäfer

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